- Ca. 2 Stunden 5 Minuten ohne Pause
- Basler Premiere der deutschsprachigen Erstaufführung
- Interessant für Menschen ab 14+
- Mit polnischen Übertiteln
- Diese Vorstellung enthält Szenen mit Stroboskop-Effekten, welche bei lichtempfindlichen Menschen als störend empfunden werden können.
Die Norm ist ein Hirngespinst
Ein schreckliches Geheimnis umgibt den schlesischen Luftkurort Görbersdorf. Jedes Jahr kommt im nahen Wald ein junger Mann ums Leben. Hier trifft sich am Vorabend des Ersten Weltkrieges eine Gruppe Männer zur Kur. Während die Patienten, in intellektuellen Gesprächen versunken, die Höhenluft geniessen, erzählt man sich, dass die Empusen – weibliche Rachegeister – schon nach ihrem nächsten Opfer suchen. Vor diesem unheimlichen Hintergrund ist der junge Mieczysław Wojnicz auf der Suche nach seiner Identität und Zugehörigkeit: Seine Heimat Polen wurde von der Landkarte getilgt, seinen Körper verbirgt er hinter Anzug und Krawatte. Niemand darf erfahren, wer er ist.
Die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk antwortet mit ihrem Roman böse und unterhaltsam auf Thomas Manns 100-jährigen ‹Zauberberg› und erzählt von ausrangierten Männern, die alles Andersartige vereinnahmen und unterwerfen möchten. Ein fünfköpfiges Frauenensemble nimmt sich ihrer Erzählung an und spielt diese verlorenen Männer auf Kur mit Humor, Leidenschaft und Tiefgründigkeit. So entsteht unter der Regie von Antú Romero Nunes ein Abend über Männer, die sich selbst vernichten, gespielt von Frauen, die uns einen möglichen Ausweg zeigen.
Mediathek
- Inszenierung –
- Komposition –
- Textfassung –
- Bühne und Kostüme –
- Lichtdesign –
- Dramaturgie –
- Wilhelm Opitz, Dr. Semperweiss –
- Mieczysław Wojnicz – (27.03.2026 / 28.03.2026 / 25.04.2026 / 26.04.2026),
- Thilo von Hahn –
- Longinus Lukas –
- August August –
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Statisterie Theater Basel
Eine Koproduktion mit dem Lausitz Festival und dem Schauspiel Köln, in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Cottbus
Gemeinsam mit der Dramaturgie kuratiert das Basler Kulturhaus Bider & Tanner seit vielen Jahren den Büchertisch zu unseren Stücken. Jetzt ist diese Auswahl an Büchern, CD, DVD, Katalogen oder auch Noten jederzeit im Onlineshop zugänglich. Es lohnt sich, regelmässig zu stöbern.
Auf Lesart.Blog werden Bücher besprochen, die das Theater Basel auf die Bühne bringt. Diskutieren Sie mit!
Antú Romero Nunes zeigt mit ‹Empusion›, wie man so lustig, böse und virtuos mit Geschlechterklischees und dem guten alten Sexismus spielt, dass sich Genderdebatten und bestens aufgelegtes Entertainment Gute Nacht sagen.
Selten war eine gegengeschlechtliche Rollenbesetzung auf dem Theater stimmiger, zwingender, erhellender.
Ein anrührendes, unsentimentales, von ernsten Tönen getragenes Theaterereignis der Sonderklasse.
‹Empusion› ist unverkennbar ein Nunes-Stück: voller Slapstick und Metatheater.
Es ist der Abend der grossen Schauspielerinnen
Der Abend ist so klug, die Zuschauer zum Denken anregen, es ihnen aber nicht abnehmen zu wollen.
Wirklich grandios
Ein entspannter, launiger Abend zum langen Abschied vom Patriarchat.
Ein starker, tiefgründig-witziger und berührender Theaterabend.