Elena Kuznik
(Medienverantwortliche)
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Das Theater Basel veröffentlicht mit dem Geschäftsbericht 22/23 den Jahresabschluss der vergangenen Spielzeit. Eine ausführliche Medienmitteilung findet sich weiter unten im entsprechenden Abschnitt.

Medienmitteilungen und Pressephotos

‹Der Steppenwolf› bescherte Hesse den Nobelpreis und wurde zum Kultbuch. Der zurückgezogene Intellektuelle Harry leidet an der Welt und an sich selbst. Zugehörigkeit zur bürgerlichen Gesellschaft ist nur um den Preis von Mittelmässigkeit zu haben.

Er ahnt, dass das Leben viel mehr zu bieten hat: Geheimnisvolle Begegnungen, reizvolle Abgründe und vielgestaltige Ichs. Auch die künstlerische Persönlichkeit, der Dichter ist eine Option, für die sich auch der Autor Herrmann Hesse entschieden hat. Im Roman ‹Der Steppenwolf› begegnet sein Protagonist Harry Haller Menschen wie Hermine und Pablo, die ihm den Zugang in ein «Magisches Theater» eröffnen. In der Inszenierung der belgischen Regisseurin Lies Pauwels ist es dieses «Magische Theater», dass den Antihelden aus seiner Einsamkeit und Depression herausführt.

Photos: Ingo Höhn

Marco Goecke wird ab Sommer 2025 neuer Künstlerischer Leiter und Haus-Choreograph des Balletts am Theater Basel. Er folgt auf Adolphe Binder, die das Ballett 2023 für zwei Jahre übernommen hatte und das Haus im Sommer 2025 planmässig verlässt. Marco Goecke wurde bis 2029 verpflichtet. Das teilte der Intendant des Theater Basel, Benedikt von Peter heute mit.

Photos: Christian Knörr

Seit 2006 werden im Basler Opernstudio OperAvenir junge Sänger:innen nach dem Studium bei ihren ersten Schritten in der professionellen Theaterarbeit begleitet. Die Mitglieder des Opernstudios stehen in verschiedenen Partien auf der Bühne.

Zudem gestalten sie ein vielfältiges Programm mit eigenen Projekten, Konzerten und Aufführungen. So ist beispielsweise die äusserst erfolgreiche Oper ‹Der Barbier von Sevilla› eine Produktion des Opernstudios. Neu dazu kommt jetzt ‹Mignon› – eine Arbeit des Nachwuchsregisseurs Tilman aus dem Siepen, die insgesamt nur drei Mal auf der Kleinen Bühne zu sehen ist.

Photos: Ingo Höhn

Das Theater Basel hat heute die Spielzeit 24/25 vorgestellt. Sie umfasst 27 Premieren und 14 Wiederaufnahmen in den Sparten Oper, Schauspiel und Ballett. Die Oper wird Richard Wagners ‹Der Ring des Nibelungen› wiederaufnehmen und vollenden. Das Ballett kollaboriert mit internationalen bildenden Künstler:innen, während das Schauspiel in Klassikern und Uraufführungen den sozialen Zusammenhalt in einer von Gewalt beherrschten Welt thematisiert. Alle drei Sparten feiern jeweils ein Festival. Die Spielzeit startet am 20. August.

Intendant Benedikt von Peter hat zusammen mit der Co-Schauspielleitung Anja Dirks, Inga Schonlau und Jörg Pohl, der künstlerischen Leiterin und Kuratorin des Balletts Adolphe Binder, dem stellvertretenden künstlerischen Leiter des Balletts Tilman O’Donnell, dem Operndramaturg Roman Reeger sowie Anja Adam und Patrick Oes, Co-Leitung des Theater Public, das Programm vorgestellt.

Das Theater Basel verabschiedet per Ende Spielzeit 23/24 Susanne Benedek, die nach fünf Jahren das Theater verlässt. In diesen fünf Jahren hat Susanne Benedek als Direktorin der Abteilung Kommunikation & Sales und Mitglied der Geschäftsleitung eine neue Abteilung aufgebaut und Massstäbe im Bereich der interessen- und vertriebsorientierten Kommunikation gesetzt. André Kraft wird zum 1. November 2024 ihre Position übernehmen.

24. April 2024, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Stoffwechsel›
Doppelabend der Schweizer Choreograph:innen La Ribot und Fabrice Mazliah, 
Originalkompositionen von Alexandre Babel, Johannes Helberger
Ballett

‹Stoffwechsel› steht einerseits für die Umwandlung und Energiegewinnung des Körpers und verweist andererseits auf die künstlerische Praxis zweier Choreograph:innen, die vom Ballett kommend sich verstärkt zeitgenössischen Kunstformen hinwenden. Die Stücke behandeln ihren Umgang mit Raum und Stofflichkeit ebenso wie auf die Reflektion des Körpers als Archiv oder Teil der Gemeinschaft. Somit setzen La Ribot und Fabrice Mazliah den kuratorischen roten Fadens der Saison 23/24 fort, in der Choreograph:innen und Tänzer:innen vorgestellt werden, deren Praxis sich zwischen Tanz und bildender Kunst bewegt. 

Photos: Ingo Höhn 

20. April 2024, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Requiem›
Oper


Romeo Castellucci setzt sich mit Mozarts unvollendetem letztem Werk auseinander. Das Requiem in d-Moll, entstanden im Jahr 1791, war Mozarts letzte Komposition vor seinem frühen Tod und ist heute eines der meistaufgeführten Chorwerke. Castellucci macht aus dem «Requiem» eine eindrucksvolle und bewegende szenische Meditation über das Thema des Verschwindens und der Vergänglichkeit. Diese ästhetisch opulente Fassung der berühmten Totenmesse präsentiert den Chor als zentralen Protagonisten.

Photos: Ingo Höhn

12. April 2024, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Erpresso Macchiato›
Schauspiel

Drei Agent:innen suchen einen Auftrag. Die Spuren führen in einen mysteriösen Ausstellungsraum. Alles und jede:r ist verdächtig. Die Agent:innen beschatten, täuschen und sabotieren sich gegenseitig. Schliesslich sehen sie sich mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert. Eine gemeinsame Anstrengung scheint nötig, um einen Ausweg zu finden. Aber wer zur Hölle hat diesen Komplott geschmiedet? 

Photos: Ingo Höhn 

22. März 2024, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Verwandlung – Teshigawara›
Ballett
Uraufführung und Schweizer Premiere (Zweiakter)

Saburo Teshigawara kreiert die zweite grosse Arbeit des neu formierten Ballett Basel. Seit 50 Jahren begeistert der Meisterchoreograph Publikum und Künstler:innen zugleich. Es ist die dritte Kreationszusammenarbeit der neuen Künstlerischen Direktorin Adolphe Binder mit dem japanischen Tänzer und Gesamtkünstler von Weltrang.

Photos: Julian Mommert

15. März 2024, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Die Ilias / Achilles – ein Stück mit Fersen› – Inszenierung Antú Romero Nunes
Schauspiel

Achilles ist zum Ende der Schlacht um Troja gefallen. Zurück bleiben seine Mutter und Odysseus. In Beckettscher Clownsmanier versuchen sie dem Verlust beizukommen, spielen, trauern und suchen nach dem Guten im Menschen. 

Photos: Ingo Höhn 

8. März 2024, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Kim› – von und mit Nairi Hadodo
Schauspiel

Nairi Hadodo bringt das popkulturelle Internet-Phänomen Kim Kardashian auf die Bühne. Mit mitreissenden Choreographien, ikonischen Referenzen und leidenschaftlich interpretierten Kanye West-Songs begibt sie sich auf die Spuren der Berühmtheit.

Photos: Lucia Hunziker

3. März 2024, 18:30 Uhr, Grosse Bühne
‹L'incoronazione di Poppea›
Opera musicale in drei Akten von Claudio Monte-
verdi, Text von Francesco Busenello
Oper

Obwohl es seine letzte Oper blieb, setzte Claudio Monteverdi – oftmals als der «Vater» der Oper bezeichnet – mit ‹L’incoronazione di Poppea› nochmals Massstäbe für die Gattung. Die Zeichnung der Figuren setze sich in späteren Epochen fort. Im Zentrum der Geschichte steht der skandalöse Aufstieg Poppeas zur römischen Kaiserin an der Seite Neros. Uraufgeführt wurde ‹L’incoronazione di Poppea› in der Karnevalsaison 1642-1643, passender könnte der Zeitpunkt dieser Premiere zehn Tage nach der Basler Fasnacht also kaum sein.

Photos: Ingo Höhn

7. Februar 2024, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Sommergäste›
Nach Maxim Gorki in einer Überschreibung von Dietmar Dath
Schauspiel

Rechtsanwalt Bassow hat ein paar Freund:innen und Bekannte zum Digital Detox
nach Davos eingeladen. Zwischen Bündner Bergwelt und Handyentzug entspinnen
sich Liebeleien und Querelen. Doch die allgemeine tiefe Sinnkrise lässt sich nur
notdürftig überdecken.

Photos: Lucia Hunziker

3. Februar 2024, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Carmen› – Opéra comique in vier Akten von Georges Bizet
Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle von Prosper Mérimée
Oper

Verführerisch, unabhängig, radikal: Carmen ist als Projektionsfläche männlicher Exotismusphantasien in die Kulturgeschichte eingegangen. In ihrem Operndebüt
befreit die argentinische Choreographin Constanza Macras die berühmte Titelheldin von Rüschen und Kastagnetten und zeigt sie als glamouröse Rebellin.

Photos: Ingo Höhn 

18. Januar 2024, 19:30 Uhr, Schauspielhaus Premiere
‹Kranke Hunde› von Ariane Koch, Inszenierung von Sebastian Nübling
Schauspiel

Poch ist eine erfolgreiche Rennhündin, bis sie umkippt. Umringt von einer Schar von Hundeärzten wacht sie auf. Die Diagnose lautet: komplizierter Fall. Das Spital der Erschöpften und Beschleunigten hat wenig Zeit für die Patientin mit übermässigem Kopfdruck. Doch für Poch bringt die Krankheit auch eine Auszeit vom eigenen alltäglichen Spin. 

Photos: Lucia Hunziker

13. Januar 2024, 19:30 Uhr, Grosse Bühne, Premiere
‹Die Dreigroschenoper› von Bertolt Brecht, Musik von Kurt Weill
Schauspiel

Peachum, erfolgreich im Bettel-Business, und Mackie Messer, Gangsterboss, kämpfen um die Vorherrschaft in Londons Unterwelt. Brecht zeigt sie als Geschäftsmänner, mit denen wir Bürger:innen im Publikum mehr gemein haben, als wir glauben. In seiner gefeierten Inszenierung verfremdet Regisseur Antú Romero Nunes den Verfremdungseffekt.

Photos: Ingo Höhn

 

12. Januar 2024, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Telling Stories› – Ballett
Schweizer Premiere, Basler Version

‹Telling Stories›, des Schweizer Choreographen Fabrice Mazliah, erzählt vom Akt des Erzählens und schwebt im Spielraum zwischen Erkenntnis und Bedeutung. Performer:innen beschreiben Räume, Objekte und Atmosphären, die vorhanden, aber nicht sichtbar sind.

Copyright: Work of Act

Der Verwaltungsrat der Theatergenossenschaft Basel freut sich, auf den 1. Februar 2024 die Ernennung von Nils Braun-Dubler zum neuen Direktor Finanzen & Verwaltung bekannt zu geben.

15. Dezember 2023, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Ein Kafka-Projekt› – Nach Motiven von Franz Kafka
Schauspiel


Ein Mann wacht auf und wird verhaftet: Die Welt, die ihn umgibt, ist eine völlig andere, als er sie kennt. Die Anfangsszene aus Franz Kafkas Jahrhundertroman ‹Der Process› ist auch Ausgangspunkt dieses performativen Abends, inszeniert von Saar Magal. In szenischen Bildern zwischen Tanz und Schauspiel verhandeln die Darsteller:innen den Moment, wenn Realität plötzlich relativ ist und verkörpern die unaufhaltsame Verwandlung von Figuren, Motiven, Situationen und Perspektiven.

Photos: Ingo Höhn

Bilanz der Spielzeit 22/23
Das Theater Basel veröffentlicht mit dem Geschäftsbericht 22/23 den Jahresabschluss der vergangenen Spielzeit. Insgesamt haben 205’965 Menschen das Theater Basel besucht. 23% mehr als im Vorjahr. Davon waren 157'597 zahlende Besucher:innen. Der Ticketverkauf steigerte sich um 6%.

Im Juni 2023 verabschiedete das Theater Basel Richard Wherlock. Als Direktor und Chefchoreograph des Balletts war er 22 Jahre im Amt. Er choreographierte selbst rund 40 Stücke und brachte um die 80 Tanzabende mit über 30 Gastchoreograph:innen auf die Bühnen. Diverse Auszeichnungen gab es in 23/24 für das Schauspiel. Der Höhepunkt war die Einladung von ‹Ein Sommernachtstraum› zum Berliner Theatertreffen. Das Stück ‹Wie alles endet› erhielt eine Einladung zum Heidelberger Stückemarkt und die Uraufführung von ‹Wilhelm Troll› wurde mit einer Einladung zu den Autor:innentheatertagen am Deutschen Theater Berlin gewürdigt.

Jörg Pohl wird vom Magistrat der Stadt Bensheim und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet.

Jörg Pohl, der mit Anja Dirks, Antú Romero Nunes und Inga Schonlau die Sparte Schauspiel am Theater Basel leitet, erhält den renommierten Theaterpreis für seine Doppelrolle in ‹Molière – der eingebildete Tote› von Nona Fernández in einer Inszenierung von Antú Romero Nunes. Die Jury, bestehend aus der Regisseurin Karin Henkel, dem Schauspieler André Jung und dem Regisseur Jossi Wieler (Vorsitz), würdigt mit dem Jörg Pohl einen Schauspieler, der «wie seinerzeit Molière, nicht nur Schauspieler ist, sondern auch das Theater mitleitet: Jörg Pohl verkörpert die Rolle von Molière selber, der wiederum die Figur Argan in dessen eigenem Stück 'Der eingebildete Kranke' spielt.»

1. Dezember 2023, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Die schwarzen Brüder› – Nach dem Roman von Lisa Tetzner
Theater Public

Das Tessin im Jahr 1838. Eine schlechte Ernte führte zu grosser Not. Familien rück-ten zusammen, sparten, teilten und waren die einzige Sicherheit, die man haben konnte. Doch manche Eltern sahen keine andere Möglichkeit, als ihre Kinder ins reiche Mailand zu verkaufen. Wie lebende Bürsten müssen die Kinder dort Schorn-steine putzen. Um sich zu wehren, gründen einige der Verdingkinder eine Bande. Sie sagen der Ausbeutung den Kampf an. Das Spielclubensemble des Theaters rund um Regisseur Mbene Mwambene tritt mit den Verdingkindern in eine Solidar-gemeinschaft. Denn auch heute noch gibt es in Armutsregionen Kinderarbeit.

Photo: Ingo Höhn

18. November 2023, 19:30 Uhr, Grosse Bühne 
‹Marie & Pierre› – Von Bobbi Jene Smith, Auftragskomposition: Celeste Oram
Ballett – Uraufführung und Schweizer Premiere

‹Marie & Pierre› ist eine Schöpfung der US-amerikanischen Choreographin Bobbi Jean Smith in zwei Akten für 31 Bühnenkünstler:innen und das Sinfonieorchester Basel mit eigens komponierter Musik von Celeste Oram.

‹Marie & Pierre› von Bobbi Jene Smith überlagert Geschichten, Bilder und dramatische Bögen. Ein Liebespaar, ein Kosmos aus Geschichten, ein prophetischer Traum? In ihrer exklusiven Auftragsarbeit für das Ballett Basel unter der neuen künstlerischen Direktorin Adolphe Binder begibt sich Bobbi Jene Smith auf Spuren-suche nach Identitäten und neuen Erzählformen. Im Wechselbad von traumartigen Szenen und Momenten tiefer Emotion lässt Smith die Beziehungen zwischen Liebenden, Freund:innen, Familienmitgliedern und Generationen zutage treten. Wo Marie Leidenschaft ist, vertretet Pierre Beschuldigung. Wo Pierre Regeln fordert, bietet Marie die Intuition. Maries scheinbar chaotische Landschaft ruft Bilder her-vor, die flüchtig wirken und dennoch ein Gefühl der Zeitlosigkeit vergangener Träume hervorrufen. Ein Gegengewicht zu Pierres Universum der überheblichen Struktur. Gegensätzliche und komplementäre Seinszustände: Marie und Pierre existieren in einer Welt aus Schwarz und Weiss, Kontrasten, die nur durch die Gunst der gegenseitigen Existenz bestehen können. 

Photos: Jubal Battisti

17. November 2023, 17:00 Uhr, Schauspielhaus
‹Unter dem Meer› – Familienstück von Familie Flöz
Nach Motiven aus ‹20 000 Meilen unter dem Meer› von Jules Verne, mit Musik von Erik Satie und Daniel Ott
Oper

Masken-Musiktheater auf hoher See! Mit dem Traum, die Welt zu retten, begibt sich ein Mädchen an Bord von Kapitän Nemos ‹Nautilus›. Doch das berühmte Schiff ist längst zum Museum verkommen. Die gealterte Besatzung setzt alles daran, sich den Lebensabend so angenehm wie möglich zu gestalten. Verständigungsversuche laufen ins Leere, man verheddert sich in Nebensächlichkeiten – doch sie alle sitzen im gleichen Boot. Die international bekannte Maskentheater-Gruppe Familie Flöz spinnt eine poetische und absurd-komische Geschichte aus stummem Spiel und musikalischer Phantasiesprache. Sänger:innen und ein Instrumentalensemble bringen die geheimnisvolle Welt des Meeres zum Erklingen.

Photos: Ingo Höhn

16. November 2023, 20:00 Uhr, Kleine Bühne 
‹Das Leben ist unaufhaltsam› – Von Natalia Blok, Uraufführung
Schauspiel 

Matvii ist achtzehn und in der ukrainischen Stadt Cherson eingeschlossen. Eigentlich will er Filmregisseur werden und mit seiner Freundin ausgehen. Doch der Krieg ist in sein Leben eingebrochen. Am Telefon beruhigt er seine Mutter, die in die Schweiz geflohen ist. Er kümmert sich um die Haustiere von geflüchteten Bekannten und überlebt mit einer Katze, einem Papagei und einem Hamster in seiner Wohnung. Wann wird er selbst die Flucht antreten? Bis dahin dokumentiert er mit seinem Handy Kriegsszenen auf den Strassen von Cherson. Matviis Geschichte steht für das Schicksal aller jungen Menschen, die mitten im Krieg erwachsen werden müssen und für ihr Recht auf ein normales Leben kämpfen. Aufgeschrieben hat die Szenen seine Mutter, die ukrainische Autorin Natalia Blok, die inzwischen in Basel lebt.

Alle Vorstellungen sind ukrainisch übertitelt. Die Uraufführung ist für Menschen ab 13 Jahren geeignet.

Menschen mit Aufenthaltsstatus N, F, B (mit «Flüchtlingsstatus») sowie Schutzstatus S haben bei Vorlage der Bescheinigung die Möglichkeit, an der Abendkasse jeweils eine Freikarte zu beziehen. Nach Verfügbarkeit. Die Karten werden durch unser Partizipationsprogramm ‹Eins mehr› von privaten Schenker:innen finanziert.

Photos: Lucia Hunziker

4. November 2023, 19:30 Uhr, Grosse Bühne, Uraufführung
‹Pferd frisst Hut› – Musikalische Komödie nach Eugène Labiches ‹Ein Florentinerhut› in einer Bearbeitung von Sabrina Zwach, Musik von Herbert Grönemeyer
Oper

Das Pferd des reichen Müssiggängers Fadinard hat den Florentinerhut von Mada-me Beauperthuis aufgefressen. Nicht weiter schlimm? Sehr schlimm! Denn wenn Madame ohne Hut nach Hause kommt, erfährt ihr eifersüchtiger Gatte von ihrem heimlichen Techtelmechtel mit einem Polizisten. So rast Fadinard ausgerechnet am Tag seiner Hochzeit auf der Suche nach einem Ersatzhut durch ganz Paris.

Herbert Fritsch inszeniert Eugène Labiches Klassiker als temporeiche Komödie. Der deutsche Popsänger Herbert Grönemeyer kehrt zu seinen Wurzeln als Thea-termusiker zurück und komponiert ein Musiktheater für ein Ensemble aus Schau-spieler:innen und Opernsänger: innen, Chor und Orchester.

Photos: Thomas Aurin

18. Oktober 2023, 19:30 Uhr, Schauspielhaus, Uraufführung
‹Immer Ärger mit Bartleby› – Nach Herman Melvilles ‹Bartleby der Schreiber›
Schauspiel


In der Marketingabteilung der Zukunft sind alle achtsam. Man arbeitet hocheffizient und remote. Es herrschen eine flache Hierarchie und eine Atmosphäre der Wertschätzung. Arbeit wirkt wie Freizeit. Trotzdem bleibt das Marketingteam hinter den Erwartungen zurück. Es muss endlich wieder einen Verkaufserfolg landen, sonst gibt es einen Transformationsprozess. Als die neue Mitarbeiterin Bartleby auftaucht, lehnt sie zunächst jegliche Arbeit ab – bis das Team sie missversteht und ihre Verweigerungshaltung als Kampagne vermarktet…

Inspiriert von der Erzählung ‹Bartleby der Schreiber› widmet sich Musiker, Künstler und Entertainer Rocko Schamoni mit der Basler Compagnie humorvoll den Widersprüchen der modernen Arbeitswelt.

Photos: Ingo Höhn

22. September 2023, 19:00 Uhr, Grosse Bühne
‹Der Yopougon-Ring›
Oper

Wagners Mythenwelt aus einer postkolonialen Perspektive: In einer Performance zwischen Tanz, Diskurs und Popkultur sprengt das transkulturelle Kollektiv rund um Monika Gintersdorfer und Knut Klassen Richard Wagners Monumentalwerk. Gemeinsam mit Performer:innen aus der Côte d’Ivoire nehmen sie den Zyklus und seine Themen wie Magie und Mythos, Herrschaft und Heroenkult unter die Lupe. Gintersdorfer / Klassen entwickeln Projekte, in denen sie Lebensstrategien und Ausdrucksformen der Darsteller:innen zum Zentrum machen und mit eigenen Ästhetiken konfrontieren. Mit ihrer Arbeit überschreiten sie die Grenzen, diesmal von Abidjan bis Basel und zurück.

Photos: Ingo Höhn

21. September 2023, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Little Ice Age› – Von Marthe Meinhold und Marius Schötz
Schauspiel

Eine kleine Gruppe trifft sich im Museum vor der ‹Winterlandschaft› von Hendrick Avercamp aus dem Jahr 1608. Es zeigt eine ganze Gesellschaft, die sich auf dem Eis vergnügt. Auch damals, in der so genannten Kleinen Eiszeit, änderte sich das Klima. Es wurde im Schnitt zwei Grad kälter. Dramatische gesellschaftliche Veränderungen waren die Folge: die moderne Welt entstand.

Das Regieduo Marthe Meinhold und Marius Schötz kehrt nach dem ‹Narrenschiff› ans Theater Basel zurück. Diesmal erzählen sie ein dringliches Thema von heute aus historischer Perspektive mit viel Spiellust und Humor. Marius Schötz hat den Schauspieler:innen erneut eine Reihe Songs auf den Leib geschrieben, die von Jia Lim live am Cembalo begleitet werden.

Photos: Lucia Hunziker

16. September 2023, 18:00 Uhr, Grosse Bühne
‹Die Walküre› – Erster Tag des Bühnenfestspiels ‹Der Ring des Nibelungen› von Richard Wagner
Oper

Die Walküre – zweiter Teil der ‹Ring›-Saga: Die inzestuöse Liebe der Zwillinge Siegmund und Sieglinde wird zur Zerreissprobe für die Götterfamilie. Im Streit mit seiner Gattin Fricka verspricht Wotan, seine Lieblingstochter Brünnhilde mit der Beseitigung Siegmunds zu beauftragen. Doch die Walküre Brünnhilde verweigert die Gefolgschaft, was zum endgültigen Bruch mit dem Vater führt. Wotan bestraft die «Abtrünnige», indem er sie in Schlaf versetzt und einen Feuerkreis um sie legt. Nur furchtlose Held:innen vermögen diesen zu durchschreiten.

Photos: Ingo Höhn

10. September 2023, 18:00 Uhr, Parcours
‹Gold, Glanz und Götter›
Oper


Das Rheingold ist in Richard Wagners ‹Ring des Nibelungen› Motor des Geschehens. Zu Beginn der Tetralogie noch als natürlicher Rohstoff im Rhein ruhend, wird es von Alberich geraubt und zum Herrschaftsinstrument gemacht. Das Regie-Duo Kroesinger/Dura nimmt das Motiv des Goldraubs zum Ausgangspunkt für eine investigative Beschäftigung mit Basels Kolonialgeschichte. Ein musiktheatraler Parcours beleuchtet in mehreren Stationen im Theater Basel die Rolle einflussreicher Basler Familien im Sklavenhandel und die lukrativen Tätigkeiten der Basler Mission an Afrikas Goldküste. Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura gehören zu den Pionier:innen des Dokumentartheaters. In ihren Inszenierungen verdichten sich Zeitzeugenberichte und historische Dokumente zu vielschichtigen Erzählungen über unsere Geschichte und Gegenwart.

Photos: Ingo Höhn

9. September 2023, 19:00 Uhr, Grosse Bühne
‹Das Rheingold› – Vorabend zum Bühnenfestspiel ‹Der Ring des Nibelungen› von Richard Wagner
Oper

Als die Riesen den Lohn für das Errichten der Götterburg Walhall einfordern, gerät Chef-Gott Wotan in Bedrängnis. Der listige Loge weiss Rat: Einst kam der Nibelung Alberich in Besitz des Rheingolds, das – zum Ringgeschmiedet – grenzenlose Herrschaft verspricht. Wotan und Loge beschliessen, Alberich das Gold und den Ring zu entreissen, um die Riesen zu bezahlen. Benedikt von Peter nimmt in seiner Neuinszenierung Wotans patriarchale Herrschaft und deren unheilvolle Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen in den Blick. Durch die Augen Brünnhildes er-lebt das Publikum die vierteilige Geschichte als zersplitterte Erinnerungsspur.

Photos: Ingo Höhn

8. September 2023, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Antigone› – Von Lucien Haug nach Sophokles
Schauspiel

Antigone widerspricht. Ihr Bruder starb auf dem Schlachtfeld als Verräter. König Kreon verweigert ihm die letzte Ehre. Antigone lehnt sich gegen das geltende Recht, den neuen Herrscher und am Ende gegen alle auf. Antigone und Kreon, das sind Vera Flück und Sven Schelker. Zusammen sind sie gefangen in einer Arena, umringt von zahlreichen Stimmen ihrer Stadt. Sie verhandeln den uralten Konflikt neu, spielen vom Boten bis zum König alle Rollen selbst, um so zum Kern der Tragödie vorzustossen.

Photos: Ingo Höhn

7. September 2023, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Ensemble› – Uraufführung
Ballett

Anlässlich der Eröffnung der neuen Spielzeit und des Starts der neuen Leitung des Balletts präsentieren Mitglieder des Ballettensembles eine eigene Arbeit. Sie experimentieren und forschen in vielfältigen Formaten. Das Publikum ist eingeladen, den ganz eigenen Ausdruck des neu formierten Ensembles in facettenreichen Weisen hautnah mitzuerleben. Der Abend bietet einen Querschnitt der Stimmen von heute und morgen – Tanz und Choreographie und darüber hinaus. Miteinander geht es weiter. Ensemble.

Photos: Ingo Höhn

10. Juni 2023, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Stürmen› – Nach William Shakespeare
Oper, Theater Public

Die Junge Oper des Theater Basel stürmt die Kleine Bühne mit einer grossen Produktion. In William Shakespeares ‹The Tempest› ist der Sturm ein künstlich herbei-geführtes Unwetter, ein Zauberwerk. Er wird benutzt, um brüderlichen Zwist beizulegen und eine staatspolitisch wichtige Ehe zu stiften.

Mit sturmtiefer Musik von Henry Purcell bis Henry Cowell lassen sich die jungen Menschen von Shakespeares Sturm zu Themen inspirieren, die für sie wichtig sind: Machtmissbrauch, das Gefühl von Fremdbestimmtsein, Wut und Ohnmacht, innerer Sturm und Drang nach Mitbestimmung und natürlich: Liebe.

Photos: Ingo Höhn

2. Juni 2023, 19:00 Uhr, Treffpunkt: Roxy Birsfelden
‹Abteilung Leben› – Von Christoph Marthaler und Ensemble
Schauspiel

Christoph Marthaler lädt das Publikum des Theater Basel über die Kantonsgrenze nach Birsfelden. Die Strecke ist kaum der Rede wert, unter zehn Minuten dauert die Tramreise ab Bankverein. Der Ausflug könnte sich lohnen, denn Marthaler und sein Ensemble empfangen ihre Gäste an einem Ort, an dem das menschliche Dasein in sinnvolle Bahnen gelenkt wird: in der Abteilung Leben in Birsfelden!

Die Erfindung von Theaterereignissen im Öffentlichen Raum war Christoph Marthalers grosse Leidenschaft, als er Ende der 1980er Jahre mit dem Inszenieren begann. In Basel und Zürich bespielte er Plätze, Apotheken, Stadthäuser, Garagen und Bahnhöfe. Auch später führten ihn seine Wege für einzelne Projekte immer wieder zurück zu diesen Wurzeln.

Photos: Ingo Höhn

26. Mai 2023, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Vergeigt› – Von Herbert Fritsch
Oper

In ihrer ersten Zusammenarbeit erschaffen Regisseur Herbert Fritsch, Ausnahmegeigerin Patricia Kopachinskaja und der bildende Künstler Jannis Varelas eine musikalische Welt jenseits der Genregrenzen. Mit Feuereifer und Todesernst widmet sich ein spartenübergreifendes Ensemble dem kollektiven Instrumentalspiel. Eine humorvolle Komposition aus Klängen, Gesten und absurden Situationen schraubt sich zur präzise choreographierten Sinnfreiheit empor. Hoch virtuos und hochgradig ungeschickt: hier wird auch das Nicht-Können bis zum Exzess perfektioniert. Die Hingabe wird zum Ort, wo die Musik ihren Ursprung hat.

Photos: Thomas Aurin

26. Mai 2023, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Explosiv! – Schweizer Premiere ‹FIT› von Alexander Ekman und die Uraufführung ‹Far Side› von Andonis Foniadakis
Ballett

Zwei energetische Bilderstürmer treffen aufeinander und lassen den Tanzboden beben: der Schwede Alexander Ekman, dessen packende Bühnensprache am Theater Basel zuletzt in seinem abendfüllenden Stück ‹Cow‹ zu erleben war und der Grieche Andonis Foniadakis. In Foniadakis' atmosphärisch dichtem Stück ‹Far Side› erkundet das Ensemble zu neukomponierter Musik von Julien Tarride die dunkle Seite des Mondes («far side of the Moon»). Ekman arbeitet in ‹FIT›mit bereits bestehender Musik an konkreten Fragestellungen unserer Zeit: Wer oder was passt («fitting in» im Sinne von «hineinpassen») in einen gesellschaftlichen oder künstlerischen Kontext? Zwischen Abgrenzung und Zugehörigkeit erlebt man ein humorvolles Tanzstück, in dem mit dem Strom aber auch dagegen geschwommen wird. Neben Foniadakis' körperbetont grosser Gestik prägt bei Ekman theatral getanzte Zwischenmenschlichkeit und auch etwas Situationskomik den Abend.

Photos: Gregory Batardon

29 Premieren und zehn Wiederaufnahmen stehen in der Spielzeit 23/24 auf dem Programm. Darunter Richard Wagners ‹Der Ring des Nibelungen›. In der Ballettsparte weht ein frischer, internationaler Wind, und sowohl Schauspiel als auch Oper bringen grosse Held:innen, Klassiker und Neuinszenierungen auf die Bühne. Der Start ist am 7. September!

Intendant Benedikt von Peter hat heute gemeinsam mit der Schauspielleitung Anja Dirks, Inga Schonlau, Antú Romero Nunes und Jörg Pohl, der Künstlerischen Leiterin und Kuratorin Ballett Adolphe Binder und dem stellvertretenden Künstlerischen Leiter Ballett Tilman O’Donnell sowie Patrick Oes, Co-Leiter Theater Public, das Programm für die Spielzeit 23/24 vorgestellt. Die Medienkonferenz fand im Schauspielhaus statt.

Photos: Ingo Höhn

5. Mai 2023, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Die bitteren Tränen der Petra von Kant› – Von Rainer Werner Fassbinder
Schauspiel

Fassbinders meistgespieltes Theaterstück handelt von den verhängnisvollen Seiten des Begehrens. Es geht um die Liebe im Kapitalismus. Die erfolgreiche Modeschöpferin Petra von Kant hat bereits ihren Ehemann und andere Konventionen in Sachen Liebe über Bord geworfen. Aber auch ihre neue Romanze ist alles andere als ein utopischer Sehnsuchtsort. Die Beziehungen zu ihrer Geliebten und zu ihrer Sekretärin offenbaren die wahren Machtverhältnisse. Die private Wohnung wird zum Schauplatz gesellschaftlicher Abrechnung. Ein virtuoses Melodram mit sechs starken Frauenrollen.

Photos: Ingo Höhn

28. April 2023, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Die beste aller Zeiten› – Von Michelle Steinbeck
Schauspiel

Die Erde ist kaputt. Der König hat beschlossen, dass kein Nachwuchs mehr geboren werden soll. Wenn schon keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft besteht, dann sollen die Menschen ihre restlichen Tage wenigstens ohne Sorgen verbringen. Die Utopie verspricht Freiheit und Gleichheit für alle. Und doch regt sich Widerstand: Einige Unverbesserliche arbeiten noch immer an einer Zukunft. Das Stück basiert auf einer mittelalterlichen neapolitanischen Märchensammlung. Es sind derbe, wilde, brutale Geschichten voller Lebenslust und Sinnenfreude. Michelle Steinbeck, Hausautorin in der Spielzeit 21/22, zerlegt dieses Werk der europäischen Lachkultur und zeichnet eine groteske Vision unserer gegenwärtigen Misere.

Photos: Lucia Hunziker

22. April 2023, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Die Schöpfung› – Oratorium von Joseph Haydn
Oper

Joseph Haydns Oratorium erzählt von den grundlegenden Mythen der westlichen Kultur: der biblischen Geschichte der Schöpfung. Die Musik führt uns vom Chaos über die sieben Tage der Schöpfung bis hin zu Adam und Eva im Garten Eden. Regisseur Thomas Verstraeten lässt sich in seinen Arbeiten von lokalen Gemeinschaften und Subkulturen inspirieren. Für ‹Die Schöpfung› arbeitet er mit verschiedenen Schulen in der Region Basel zusammen: die Gymnasien in Muttenz und Oberwil, die mit diesem Projekt ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. Gemeinsam mit den Schüler:innen wird die Geschichte, die so alt wie die Zeit ist, interpretiert und konfrontiert mit ihren eigenen Geschichten. Neben den Schulchören singen und spielen auch der Chor des Theater Basel und das La Cetra Barockorchester.

Photos: Judith Schlosser

31. März 2023, 19:30 Uhr, Grosse Bühne – Uraufführung
‹Molière – der eingebildete Tote› – Von Nona Fernández nach Molière
Schauspiel

Im Theater kann man nicht «wirklich» sterben. Aber was, wenn doch? Hier geht es um eine Schauspieltruppe, deren Leiter mitten in einer Aufführung stirbt. Am 17. Februar 1673 spielt Molière die Hauptrolle in ‹Der eingebildete Kranke›. Doch als dieser von seinem vorgetäuschten Tod wieder «aufwachen» soll, regt Molière sich nicht mehr. Was dann passiert, davon erzählt ‹Der eingebildete Tote› mit Slapstick, Gags, Verwechslungen und Täuschungen. Denn Molière sieht gar nicht ein, dass er tot ist. Er fleht seine Kolleg:innen an, weiterzuspielen, aber sie hören und sehen ihn nicht. Es entwickelt sich ein temporeiches Stück, in dem die Lebenden gegen die Toten intrigieren und umgekehrt. 

Molière und seine Compagnie haben auf der Bühne, für die Bühne gelebt. Wie zahllose Theatergruppen vor und nach ihnen arbeiteten sie jahrzehntelang zusammen und schufen ein einzigartiges Werk. Doch was bleibt in der flüchtigsten aller Künste, wenn man stirbt? Molières unruhiger Geist kann sich dem Tod nicht übergeben, weil die Bühne ihn nicht lässt. Anlässlich seines 350-jährigen Todestages widmet die Basler Compagnie diesem quicklebendigen Untoten des Theaters eine Komödie in seinem eigenen Stil.

Photos: Lucia Hunziker

18. März 2023, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Coppélia› – Ballett in zwei Akten mit Musik von Léo Delibes und Milko Lazar
Ballett

Swanilda und Franz sind verlobt. Doch sie zweifelt an seiner Treue, als er der geheimnisvollen Coppélia nachstellt. Durch einen Zufall entdeckt Swanilda, dass die übermenschlich schöne Coppélia nur eine Puppe ist, und fasst einen Plan, wie sie Franz’ Herz zurückgewinnen kann. Der Ballettklassiker beruht auf E. T. A. Hoffmanns unheimlicher Erzählung ‹Der Sandmann›. Das Schauermotiv der lebendigen Puppe wird hier aber in einer heilen Welt angesiedelt. Edward Clug kombiniert beide Stimmungen in seinem modernen Tanzabend und ergänzt die heitere Originalmusik von Léo Delibes mit Neukompositionen von Milko Lazar. Durch das Luxus-Interieur der erfolgreichen Industrial Designerin Nika Zupanc entsteht auf der Bühne eine verführerisch verspielte Atmosphäre um Coppélia. So nähert sich Clug dem Unheimlichen und Phantastischen über die Magie der Schönheit.

Photos: Gregory Batardon

17. März 2023, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Die Perser› – Von Aischylos. Nach einer Übersetzung von Kurt Steinmann
Schauspiel


Aischylos zeigt ein despotisches Regime kurz vor dem Zusammenbruch. Der Chor der jungen Perserinnen beklagt die im Krieg getöteten Kämpfer:innen. Ihre Trauer verwandelt sich in Wut. Sie begehren auf und setzen eine revolutionäre Bewegung in Gang, die das autokratische System ins Wanken bringt.

Wie geht der Westen mit dem Schrecken um, der ihn umgibt? Mit Grenzkontrollen und Abschottung, mit Diplomatie und Waffenlieferungen, mit hohlen Phrasen und belanglosem Geschwätz. Aber auch mit Empathie und Solidarität, mit Hilfe und Schutzangeboten, mit Schuldgefühlen und ausgestreckten Händen.

Photos: Eike Walkenhorst

4.März 2023, 20:00 Uhr, Gare du Nord, Uraufführung
‹Persona – Von Anda Kryeziu nach dem Film von Ingmar Bergman
Oper


Von einem Tag auf den anderen verstummt Elisabeth Vogler. In der Zurückgezogenheit eines Strandhauses kümmert sich Krankenpflegerin Alma um sie und versucht alles, um sie wieder zum Sprechen zu bringen. Ingmar Bergmans Film ist ein rätselhaftes Psychogramm über zwei Frauen, deren obsessive Beziehung die Ränder ihrer Persönlichkeiten zum Bröckeln bringt. In ihrer Adaption erkunden Komponistin Anda Kryeziu und Regisseurin Caterina Cianfarini die Grenzen des Sagbaren und die Beschaffenheit menschlicher Identität. Mittels Live-Elektronik und Klangveränderung untersucht die Komposition Wahrnehmungsprozesse sowie das Verhältnis von Körper, Technik und Stimme. Erstmals spielt eine Musiktheater-Produktion des Theater Basel im Gare du Nord.

In Kooperation mit dem Gare du Nord, Bahnhof für Neue Musik

Photos: Ingo Höhn 

11. Februar 2023, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Intolleranza 1960› – Szenische Handlung in zwei Teilen von Luigi Nono
Oper


Auf der Suche nach seiner Heimat irrt ein Vertriebener durch die Trümmer des 20. Jahrhunderts. In der Begegnung mit verschiedenen Kollektiven erfährt er von den Ungerechtigkeiten seiner Epoche, von politischem Widerstand und seiner Unterdrückung. Luigi Nonos erstes Bühnenwerk entstand 1961 als bekennende Anklage gegen Ausbeutung und Gewalt. In Benedikt von Peters Inszenierung betritt das Publikum die Bühne und mischt sich unter den Chor. So wird es Teil einer kollektiven Erfahrung. Das unsichtbar im Bühnenraum verteilte Orchester lässt Nonos expressive Partitur zum klangtheatralen Erlebnis werden.

Photos: Ingo Höhn

28. Januar 2023, 20:00 Uhr, Kleine Bühne

‹Imbalanced Parallels› - Uraufführungen von zwei Choreographieteams Ballett

Auf der Kleinen Bühne zeigt das Ballett Theater Basel zwei Uraufführungen mit grossen Themen. Die Geschwister Marne und Imre van Opstal nähern sich in ‹Mommy, Look!› auf einer Showbühne umrundet von spektakulär blinkenden Lichtsäulen, mit fünf Tänzern und einer detailverliebten Bewegungssprache den Themen Reizüberflutung, Aufmerksamkeitssucht, Selbstwertgefühl und Stereotypen aus einer männlichen Perspektive. Die Musik wurde dafür extra vom Musikerinnenduo Hen Yanni und Rotem Frimer komponiert und in engem Zusammenspiel mit der Choreographie aus verschiedenen digitalen und analogen Klangebenen zusammengestellt.

Das Paar Iratxe Ansa und Igor Bacovich kreiert auf einer Bühne voller Sterne und schwarzer Asche ein spannungsgeladenes, pulsierendes Ensemblestück mit dem Titel ‹Supernova›, das die vierzehn Tänzer:innen an ihre körperlichen Grenzen bringt. Geleitet von rohen Kräften und vom bebenden Klang-Sog ‹Shaker Loops› (John Adams), transformieren sich die vierzehn Tänzer:innen darin wie ein ununterbrochen mäandrierender Körperkomplex unter beständiger Anspannung von einem Extremzustand in den nächsten.

Photos: Lucia Hunziker

27. Januar 2023, 19:30 Uhr, Schauspielhaus

‹Die Aufdrängung› - von Ariane Koch 

Eine Frau wohnt in einer Kleinstadt neben einem dreieckigen Berg in einem zu grossen Haus. Als ein Fremder auftaucht, nimmt sie ihn direkt bei sich auf. Er weckt ihre Neugier, doch wer oder was ist dieser Gast? In den Augen seiner Gastgeberin wandelt er sich von Tier, zu Wesen, zu Mensch. Diese Uneindeutigkeit macht ihr Angst, sie überwacht und kontrolliert ihn, beginnt damit absurde Regelwerke aufzusetzen.

Die Basler Autorin Ariane Koch nahm sich dieser Urszene zwischenmenschlicher Begegnung an und erhielt zahlreiche Preise für ihren Debütroman – ein Kritiker verglich sie mit Kafka. Meisterhaft und zeitlos erzählt sie von unserem Verhalten gegenüber Fremden und zeichnet dabei ein wunderbar komisches und zugleich tiefgründiges Bild der Schweiz.

Das Ensemble um Regisseurin Marie Bues schafft daraus eine groteske Reise in abgründige Machtfantasien, in denen die Darstellerinnen immer wieder mit feinem und pointiertem Humor überraschen. Der Gast, seiner Sprache beraubt, spielt nur mit Geräuschen und Musik und bringt damit die geordnete Welt der Frau gehörig durcheinander.

Photos: Ingo Höhn

Wir sind dabei! Das Theater Basel ist mit der Schauspielproduktion ‹Ein Sommernachtstraum› von Schauspieldirektor Antú Romero Nunes am diesjährigen Theatertreffen in Berlin vertreten.

Das Berliner Theatertreffen findet in diesem Jahr vom 12. bis 28. Mai 2023 zum 60. Mal statt und präsentiert die zehn bemerkenswerten Inszenierungen aus dem deutschsprachigen Raum. Die Schauspielproduktion ‹Ein Sommernachtstraum› von William Shakespeare – inszeniert von Antú Romero Nunes mit der Basler Compagnie – wurde von einer siebenköpfigen Kritiker:innen-Jury ausgewählt. Die Auswahl erfolgte nach der Sichtung von rund 400 Inszenierungen.

Photos: Ingo Höhn

21. Januar 2023, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Rigoletto› – Melodramma von Giuseppe Verdi
Oper

Eifersuchtsdrama in einer Welt der Äusserlichkeiten: Am Hof von Mantua herrscht eine üble Macho-Gesellschaft. Der Herzog vertreibt sich seine Langeweile mit zahllosen Liebesabenteuern und mit Erniedrigung seiner Untergebenen. Rigoletto, der Hofnarr, treibt dazu seine zynischen Spässe. Doch als seine Tochter Gilda ins Visier des Herzogs gerät, bricht Rigolettos Welt zusammen. Regisseur Vincent Huguet und Dirigent Michele Spotti widmen sich nach ‹Don Carlos› einem weiteren Meisterwerk Giuseppe Verdis. Der französische Stardesigner Pierre Yovanovitch gestaltet das Bühnenbild – seine erste Arbeit für eine Oper. Mit ihrem Debüt in der Rolle der Gilda kehrt die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann ans Theater Basel zurück.

Photos: Matthias Baus

17. Dezember 2022, 19:30 Uhr, Schauspielhaus
‹Ein Sommernachtstraum› – Von William Shakespeare
Schauspiel

William Shakespeare, der berühmteste Autor der Theatergeschichte, erfand die Hochzeit des Königspaares von Athen als Anlass für ein sommernächtliches Schauspiel. Geschrieben hat er es im Winter 1595, nach mehrjähriger Pandemie zur Unterhaltung des Theaterpublikums. In den Theatern, die seinerzeit in London aus dem Boden schossen, kamen alle gesellschaftlichen Klassen zusammen, ein Grossteil des Publikums waren Handwerker und junge Gesellen. Shakespeares Klassiker handelt von der Frage, was Illusion ist und was Realität: Welche Gefühle sind echt? Antú Romero Nunes und die Basler Compagnie suchen die Antwort im Spiel, im Als-ob, im Theater im Theater im Theater.

Photos: Ingo Höhn

Bilanz der Spielzeit 21/22

Benedikt von Peter, Intendant, und Alexander Kraus, Direktor Finanzen & Verwaltung, haben heute vor den Medien den Jahresabschluss der Spielzeit 21/22 präsentiert. Das Theater Basel hat in der Spielzeit 21/22 insgesamt 148'155 zahlende Besucher:innen gezählt. Die Jahresrechnung 21/22 schliesst mit einem Ergebnis von +/- 0 ab. Die Auslastung betrug 61.4%.

Die Spielzeit 21/22 war weiterhin von der Pandemie geprägt, auch wenn das Theater nicht wieder schliessen musste. Die Zahl der verkauften Eintritte liegt mit 148'155 bei 15% unter dem 10-jährigen Durchschnitt von jährlich 175’000 Besucher:innen. Bereinigt man diese Zahl um die 38 ausgefallenen Vorstellungen, so reduziert sich der Rückgang auf etwa 10%. Hinzugekommen sind 19’289 Besucher:innen von Gratisformaten – inklusive und vor allem im Foyer Public. Insgesamt hat das Theater Basel in der Spielzeit 21/22 somit 167'444 Menschen (Kaufkarten und freier Eintritt) im Theater begrüssen können.

3. Dezember 2022, 19:30 Uhr, Grosse Bühne

‹Der wunderbare Mandarin / Herzog Blaubarts Burg› - Pantomime und Oper von Béla Bartók 

Zwei Stücke über die Abgründe des Begehrens: Regisseur Christof Loy nimmt sich der düsteren Märchenwelt Béla Bartóks an und verbindet zwei symbolistische Schlüsselwerke des Komponisten. Die Pantomime handelt von einem rätselhaften Mandarin, der unsterblich scheint und nur durch die wahre Liebe besiegt werden kann. Im zweiten Teil des Abends kommt Judith dem Geheimnis ihres zukünftigen Mannes, Herzog Blaubart, Schritt für Schritt näher und entdeckt die grausame Wahrheit über seine Vergangenheit.

In Bartóks berühmter und einziger Oper spielen Christof Fischesser und Evelyn Herlitzius das düstere Paar. Ivor Bolton, Chefdirigent des Sinfonieorchester Basel, leitet erstmals eine Opernaufführung am Theater Basel.

Photos: Matthias Baus

 

1. Dezember 2022, 18:00 Uhr, Schauspielhaus
‹Ciao Ciao› – Uraufführung
Ballett

Humor, Magie und Absurdität machen das künstlerische Schaffen von Martin Zimmermann aus. Kern seiner Arbeit ist der Dialog zwischen menschlichen Körpern und Objekten mit Eigenleben. Für seine Stücke entnimmt er der Realität alltägliche Dinge und setzt sie in surreale Parallelwelten. In dem fantasievollen Familienstück ‹Ciao Ciao›  treffen die Zirkusartistin Eline Guélat und der Zirkusartist Aimé Morales auf fünf Tänzer:innen des Basler Ballettensembles und nehmen das Publikum mit in ein bildstarkes, fellineskes Universum.

Photos: Gregory Batardon

23. November 2022, 20:00 Uhr, Kleine Bühne
‹Wilhelm Troll› – Uraufführung
Schauspiel

Aus den Zwischenzonen des Internets tritt der Troll auf die politische Bühne. Etwa als Staatschef aus dem Trash-TV, der mit Krokodilen gegen Flüchtlinge und mit Nuklearwaffen gegen Wirbelstürme kämpft. Er erscheint in Person des rechten Hipsters, der seinen Bart ebenso liebevoll pflegt wie seinen Hass auf Andersdenkende. Der Troll gilt als unangepasst. Er stiftet Chaos, hat es aber niemals so gemeint. Der reinen Wahrheit verpflichtet, zertrümmert er jegliche Objektivität. Gemeinsam mit anderen stahlharten weissen Männern jammert er seinen Privilegien hinterher. Der Troll scheint ewiggestrig – und ist doch topmodern. Der Autor Lasse Koch und Schauspieler und Co-Schauspieldirektor Jörg Pohl widmen sich in diesem Projekt der Figur eines rückwärtsgewandten Revolutionärs, der zum Sturm auf den demokratischen Status quo bläst.

Photos: Ingo Höhn

4. November 2022, 19:30 Uhr, Grosse Bühne
‹Giselle› – Ballett in zwei Akten mit Musik von Adolphe Adam
Ballett

Ein Ballettklassiker in mitreissender Neuinterpretation: Albrecht und Bathilde sind verlobt. Er verliebt sich aber in Giselle, die bei seiner reichen Familie als Putzkraft arbeitet. Ihre unterschiedliche Herkunft und die Erwartungen seiner Familie erschweren ihre Liebe. Als sein Doppelleben auffliegt, stürzt sich Giselle im Wahnsinn in den Tod. Sie wird von den Wilis aufgenommen, den Geistern der Vergangenheit, und verfolgt Albrecht in seinen Träumen. Pontus Lidberg macht aus diesem romantischen Ballett zur Originalmusik von Adolphe Adam einen modernen Tanzabend mit aktueller Thematik.

Photos: Lucia Hunziker

Photo Nr. 1: Ingo Höhn