Der Steppenwolf
Schauspiel

Von Hermann Hesse

Letzte Aufführung 21.06.2024

  • Eine Szene aus Der Steppenwolf
    © Ingo Höhn
  • Eine Szene aus Der Steppenwolf
    © Ingo Höhn
  • Eine Szene aus Der Steppenwolf
    © Ingo Höhn
  • Eine Szene aus Der Steppenwolf
    © Ingo Höhn
  • Eine Szene aus Der Steppenwolf
    © Ingo Höhn

  • 2 Stunden 5 Minuten ohne Pause
  • Interessant für Menschen ab 16+
  • With English surtitles (except for the premiere)

Eine Selbstfindung

‹Der Steppenwolf› bescherte Hesse den Nobelpreis und wurde zum Kultbuch. Der zurückgezogene Intellektuelle Harry leidet an der Welt und an sich selbst. Zugehörigkeit zur bürgerlichen Gesellschaft ist nur um den Preis von Mittelmässigkeit zu haben. Er ahnt, dass das Leben viel mehr zu bieten hat: Geheimnisvolle Begegnungen, reizvolle Abgründe und vielgestaltige Ichs. Auch die künstlerische Persönlichkeit, der Dichter ist eine Option, für die sich auch der Autor Hermann Hesse entschieden hat. Im Roman ‹Der Steppenwolf› begegnet sein Protagonist Harry Haller Menschen wie Hermine und Pablo, die ihm den Zugang in ein «Magisches Theater» eröffnen. In der Inszenierung der belgischen Regisseurin Lies Pauwels ist es dieses «Magische Theater», dass den Antihelden aus seiner Einsamkeit und Depression herausführt. Hier begegnet er sich selbst und seiner Vielgestaltigkeit. War ‹Der Steppenwolf› vor hundert Jahren vielleicht die Hippie-Bibel für enttäuschte Männlichkeit, ist sie jetzt der Ausgangspunkt, die eigene Verzweiflung wieder ernst zu nehmen und sie auszudrücken. Die ernsthafte Befragung des Sinns bietet erst die Möglichkeit, Freiheit, Zugehörigkeit und die wertvollen Momente des Lebens wieder zu erleben. 

Im Anschluss an die Vorstellung vom 18. Juni 2024 findet ein Publikumsgespräch statt.

Gemeinsam mit der Dramaturgie kuratiert das Basler Kulturhaus Bider & Tanner seit vielen Jahren den Büchertisch zu unseren Stücken. Die Auswahl an Büchern, CD, DVD, Katalogen oder auch Noten ist jederzeit im Onlineshop zugänglich. Es lohnt sich, regelmässig zu stöbern.

Büchertisch

Mediathek

Am stärksten aber wirken nicht die spielerischen Elemente, sondern die Monologe, in denen Haller seine Abscheu vor der zufriedenen Durchschnittlichkeit zum Ausdruck bringt, mit der eigenen Vergänglichkeit ringt und die Sehnsüchte nach dem Animalischen förmlich aus den Darstellern ausbrechen. Da zeigt sich jeweils die ganze Kraft der Sprache Hesses, die heute noch genauso lebendig ist wie vor hundert Jahren.

Basler Zeitung

Pauwels ist bekannt für ihre anarchisch-verspielten Produktionen, die gerne die Spartengrenzen zwischen Theater, Tanz, Musik und Performance zum grossen, farbenprächtigen Spektakel durchbrechen. Das könnten gute Voraussetzungen sein, um diesen Koloss eines ichfixierten Textes zu knacken.

NZZ

Ein Trumpf ist das Ensemblespiel; zudem berichtet Sven Schelker wunderbar blasiert-verdruckst von seinem Halbguten-Tag. Und Jan Bluthardt lässt zum Report vom Mann, der nicht gelernt hat, zufrieden zu sein, immer wieder wölfisches Zähnefletschen durchblitzen.

Nachtkritik