Performances und mehr zwischen Theater und Stadt

Der Projektraum Alte Billettkasse wird zum kollaborativen Ort für theatrale und performative Experimente, Installationen, Lectures, Diskussionen, Late-Night-Shows, Karaoke, Konzerte, Pogo, Disco, Darkroom und Halligalli. Zwischen Theaterplatz und Foyer Public befindet sich die neue Bude der Basler Compagnie. Schauspieler:innen, Assistierende und Künstler:innen anderer Sparten realisieren hier dringende Ideen und künstlerische Alleingänge. Oft spontan und kurzfristig.

  • 14. Januar – 18. Februar 2023
  • Türöffnung jeweils 30 Minuten vor Beginn
  • Eintritt: Pay as you want

Samstag, 14. Januar, 20:30 Uhr

Der Chor ist eine der ältesten theatralen Formen überhaupt. Er erzeugt kollektive Kraft und verschafft dem neoliberal geknechteten Ego einen kleinen Urlaub. Der Chor setzt sich seit 3000 Jahren mit rasend aktuellen Fragen auseinander: Wer bin ich, was soll ich tun, warum ist die Welt eigentlich eine ständige komplizierte Zumutung und vor allem: Wie stehe schreiend ich in einem Pulk Leute herum, ohne mich unwohl zu fühlen? Wir beantworten all diese Fragen vorläufig abschliessend mit den örtlichen Spezialist:innen für chorische Angelegenheiten Gala Winter und Jörg Pohl. Per Losverfahren wählen wir Chöre der Antike aus, studieren sie ein und hauen sie uns am Ende um die Ohren.

Samstag, 21. Januar, 20:30 Uhr

Andrea Bettini – Schauspieler am Theater Basel und Kopf der Pelati delicati – zeigt sein kabarettistisches Solo über das Älterwerden.
Bettini steht mit einem Bein im Grab. Denn bald wird er 63 Jahre alt. Alt. Der angehende Senior stellt sich den Herausforderungen und Unwägbarkeiten, welche dies unweigerlich mit sich bringt: Von der Auswahl der richtigen Urne, über das geeignete Fitnessprogramm, bis hin zum Widerstand gegen das Jungsein müssen. Andrea Bettini blickt dem Dämon in die Augen und stellt sich ihm auf der Bühne. Er nimmt den Kampf ganz alleine, mit Schlagfertigkeit, Improvisation, Humor und seiner wunderbaren Mischung als Italoschweizer auf.

Regie: Laurent Gröflin

Ein herrlicher Satire-Spass dieses Bettini-Solo. Nur leider ebenso wenig unendlich wie das Leben.
Basler Zeitung

Donnerstag, 2. Februar, 20:30 Uhr

Mit Flamur Blakaj, Jonathan Fink, Elena Marieke Gester

Herzlich willkommen zum Abschied der Schauspiel Studies (also vorerst)! Nachdem sie als ständiger Chor in der Institution Theater Basel monatelang ausgebeutet worden sind, verfolgen sie jetzt ihre Solo-Karrieren und entführen sie in eine Welt voller Fischsuppe.

Freitag, 3. Februar, 22:00 Uhr

Mit Jörg Pohl und Gala Othero Winter

Jede:r hat sie: peinliche Lieblingslieder. Sie erzählen mehr über uns, als uns lieb ist. Meist werden sie gehütet, geleugnet, verheimlicht. Zwei Menschen brechen das Schweigen, spielen sie einander vor und erklären, warum sie etwas lieben, was landläufig als cringe gilt. Im Beisein eines Publikums natürlich, das in Fremdscham, Mitgefühl und Voyeurismus schwelgt. Zeitgemässe Katharsis!

Samstag, 4. Februar, 22:30 Uhr

So eine Anstalt reibt auf

Ein Film über die Entstehung der ‹Physiker› am Theater Basel
ca. 90 Minuten

Von Adrian Schwartz, mit Andrea Bettini, Carina Braunschmidt, Vera Flück, Marvin Groh, Nairi Hadodo, Fabian Dämmich, Fabian Krüger, Jörg Pohl, Lea Röschmann, Julian Anatol Schneider, Antoinette Ullrich, Joshua Walton u.v.w.

Die Basler Inszenierung von Dürrenmatts ‹Physiker› war besonders: Erarbeitet wurde sie vom Ensemble – ohne Regie – und als Rekonstruktion der Zürcher Uraufführung von 1962 in einem schwarzweissen Bühnenbild. Das Team stellte eine grundlegende Setzung der Theaterarbeit infrage und hat verschiedenste andere Formen der kollektiven Zusammenarbeit ausprobiert – Krisen garantiert. Der Dokumentarfilmer Adrian Schwartz hat den Prozess mit seiner Kamera begleitet, Gespräche mit den Beteiligten geführt und wichtige Momente eingefangen. Im Zentrum des Films stehen die Darsteller:innen, ihr Handwerk und die Aufgabe, jedes Problem, das einem Dürrenmatts Stück stellt, spielerisch zu lösen und dessen Figuren neu zu entdecken. Ganz getreu seiner Aussage: «Was alle angeht, können nur alle lösen».

Donnerstag, 9. Februar, 20:30 Uhr

Die Basler Compagnie liest Texte und Szenen aus Stücken, die sie grade beschäftigen. Alle interessierten Menschen sind eingeladen zu einer offenen Dramaturgierunde zwischen szenischer Lesung und Publikumsgespräch.

Samstag, 11. Februar, 22:00 Uhr

Die Karaokeshow mit Sinn und Verstand

Am Orkaraokel: Louisa Raspé, Gastgeberin: Kalypso and her Amazing Dramachine

I hope the day will never come/ That i can‘t awake to the sound of drum/ Never let me miss carnival/ With calypso songs philosophical
Harry Belafonte

Die Karaokropolis lässt ihre Säulen bassen und macht die Insel Bâle zum Austragungsort eines spektakulären Sangesstreites zwischen Held:innen, Gottschaften und allem, was sich griechisch mythologisch schimpft. Die Gastgeberin Calypso empfängt Penelope und Konsorten zusammen mit ‹Samstag› und ‹The notorious C. Big› an der elektrischen Harfe und am Kirkeboard. Schillernde Figuren des sagenhaften Kanons buhlen um Ihre Gunst und Sie entscheiden, welches Schicksal sie trifft. Das Maschinenorakel spuckt jeden Song aus, den Sie der singenden Meute vorwerfen. Mit den antiken Stars der Basler Compagnie. Hinweis: Mitmachen erlaubt! I hope the day will never come/ That i can‘t awake to the sound of drum/ Never let me miss carnival/ With calypso songs philosophical

 

Samstag, 18. Februar, 20:30 Uhr

In der bildenden Kunst ist ein Selbstporträt ein selbst angefertigtes Bildnis der Künstlerin oder des Künstlers. Im Theater stellen Schauspieler:innen in der Regel Personen dar, die von jemand anderem geschrieben und inszeniert wurden. Aber wie würden Schauspieler:innen sich selbst porträtieren? Ausgehend von einer persönlichen Geschichte erarbeiteten Julian Anatol Schneider und Elmira Bahrami mit der Regisseurin Lola Arias zu Beginn der Zeit der Basler Compagnie 2020 ein Selbstportrait.

Julian Anatol Schneider: the parting glass

Anhand des Buchs seiner Mutter ‹Reden wir über das Sterben› geht Julian Anatol Schneider seiner eigenen Rastlosigkeit und der Frage nach, was es für ihn bedeutet, nach einem grossen Verlust in die Heimat zurückzukehren.Dank an den SRF für Auszüge aus deinem Interview mit Kathryn Schneider-Gurewitsch und an den Limmat Verlag, für sein Vertrauen in das Manuskript des Buches ‹Reden wir über das Sterben›, das im April 2020 erschienen ist.

Elmira Bahrami: Sternfahrt

Anhand eines Kinderkarussells, in dem Autos die Passagiere sind, begibt sich Elmira Bahrami auf eine Sternfahrt zurück zu fernen Ländern, zu Träumen und Kraftfahrzeugen, die es nicht mehr gibt.

Hier finden sich alle Infos zum vergangenen Programm in der Alten Billettkasse in den Spielzeiten 20/21 und 21/22. Mehr