Philoktet
Theatre

By Heiner Müller

  • Recommended age: 16+

Ein Theaterfilm von Jan Bonny und Alex Wissel nach dem Stück von Heiner Müller

Im Mai 2021 kam Heiner Müllers Philoktet zur Premiere im Kleinen Haus. Eine herausfordernde Arbeit mit drei phantastischen Schauspielerinnen in den Rollen des Philoktet, Neoptolemus und Odysseus: Aenne Schwarz, Rosa Lembeck und Elmira Bahrami. Noch während der Endproben drehte Regisseur Jan Bonny einen Film vom Stück. Er ist mehr als eine Bühnenaufzeichnung geworden, eher eine Fortführung des Stückes im filmischen Raum, der eine ganz andere Art der Körperlichkeit und der Zeitlosigkeit findet. 

Der Film ist zu sehen am:

  • Donnerstag, 3. März 2022, 20:00–21:30 Uhr, im Foyer
  • Eintritt CHF 10.–

Tickets

A play about the state of tragedy

Three heroes of the Greek war meet. Philoctetes was wounded years ago and banished to an island alone with only his mighty bow. Odysseus is now on a mission to bring back the war hero for the battle of Troy. To do so, he sends Neoptolemos, the son of Achilles, with a lie. The three warriors negotiate their quagmire in the logic of violence.
Heiner Müller is one of the most explicitly political authors of theatre literature, his works are known for their lyrical density. Film director Jan Bonny’s first theatre piece focuses on this non-conformist thinker. His ability to narrate the contradictory sides of his characters highlights not only the intellectual but also the emotional and true-to-life side of Müller.

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Philoktet

Der Abend hat durchaus seine ruhigeren, konzentrierteren Momente. Nämlich immer da, wo er auf den Text hört: Dann entwickelt Heiner Müller zuverlässig und mit Akkuratesse seinen politphilosophischen Suspense. Namentlich Aenne Schwarz gelingt dies mit einer gross angelegten, viellagigen Studie über den Hass. Die hat Klasse.
Nachtkritik
Wer die Wahrheit, ebenfalls wie Odysseus, bereits ausgekotzt hat, wem das Essen oder seine Wahrheit jedenfalls nicht wie ein unverdauliches Stück Knorpel auf dem Magen liegt, der verfügt über die besten Voraussetzungen, sich Jan Bonnys erster Theaterinszenierung hinzugeben, sich – anders als die Griechen damals – nicht vom Anblick des Schmerzes abzuwenden und die stinkende Wunde zu verbannen, sich – trotz des sich verständlicherweise breitmachenden Unbehagens – an den Punkt verführen zu lassen, an dem Himmel und Hölle, das Beste und das Schlechteste eins werden. Ja, das Stück ist die Hölle – und genial.
Basler Zeitung
Da wär sie also: die witzige, grenzwertige, aber auch doppelbödige Dekonstruktion dieser testosterongeladenen Kriegergeschichte.
BZ Basel