- Ca. 1 Stunde 45 Minuten ohne Pause
- Interessant für Menschen ab 13+
- Mit deutschen Übertiteln
Eine zärtliche Abrechnung
«Ich bin jung und reich und gebildet; und ich bin unglücklich, neurotisch und allein.», mit diesen Worten beginnt ‹Mars›, das Kultbuch der frühen Achtziger Jahre. Im Wohlstand aufgewachsen, sieht der Zürcher Fritz Angst sich von der bürgerlichen Kälte seiner Welt ums Leben betrogen und zu Tode erzogen. Kurz bevor er den Kampf 1976 gegen den Krebs verliert, verfasst er unter dem Namen Fritz Zorn eine glühende Tirade: Seine Krankheit sei kein persönliches Schicksal, sondern Spiegel des gesellschaftlichen Verfalls. Das Buch wird zu einem skandalösen Orientierungspunkt der aufgebrachten Schweizer Jugend der Achtzigerjahre.
Schauspielerin und Regisseurin Anne Haug bringt Fritz Zorns schonungslosen Blick auf ein Leben zwischen Angst und Zorn auf die Bühne – ein Protokoll der Trauer über ein Dasein, das nie wirklich gelebt wurde. Eine zarte, eindringliche Auseinandersetzung mit Einsamkeit, mangelnder Liebe und der Sehnsucht nach Befreiung.
Mediathek
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Auf Lesart.Blog werden Bücher besprochen, die das Theater Basel auf die Bühne bringt. Diskutieren Sie mit!
Haugs ‹Mars›-Umsetzung ist ein berührendes Porträt der Kehrseite schweizerischer Zurückhaltung. Sie arbeitet mit kleinen Gesten, gibt damit dem Schauspieltrio und den Figuren viel Gewicht. Das lohnt sich: Hartmann, Flück und Bettini brillieren durch ihr feines, facettenreiches Spiel.
‹Mars› ist ein gelungener Theaterabend: schlicht und wirkungsvoll! Eine überzeugende erste Regiearbeit mit einem tollen Schauspiel-Trio, welches präzise, fein und leicht spielt.
Standing Ovations für eine kluge Regie und eine grandiose schauspielerische Leistung.
Haug überführt die Wucht des Stoffes in konsequent psychologisch durchgespieltes Illusionstheater.
Anne Haug ist mit ‹Mars› am Theater Basel eine zärtliche und zutiefst berührende Befreiungsgeschichte gelungen.
Am Ende stand das ganze Publikum zum Applaus – wie als Support für den neu erwachten Mut im Angesicht des Todes. Überhaupt sind die Regungen bei Flück, Bettini und Hartmann differenziert herausgearbeitet.