- Ca. 3 Stunden 5 Minuten inklusive Pause
- Interessant für Menschen ab 14+
- With English surtitles
- Diese Vorstellung enthält Szenen mit Stroboskop-Effekten, welche bei lichtempfindlichen Menschen als störend empfunden werden können.
Spiel um alles
Als Hamlet nach Hause zurückkehrt, ist nichts mehr, wie es war. Der Vater ist tot, die Mutter Gertrud ist neu mit seinem Onkel Claudius vermählt, der nun über Dänemark herrscht. Für den jungen Hamlet ist die Welt aus den Fugen geraten. Da erscheint der Geist des Vaters und klagt: Claudius habe ihn vergiftet. Kann das sein? Wem kann man noch trauen – den Lebenden, den Toten, sich selbst? Mithilfe einer Schauspieltruppe will Hamlet die Wahrheit ans Licht bringen. Doch das Spiel im Spiel wird zur Falle: Hamlet verfängt sich in der endlosen Schleife seiner eigenen Geschichte. Szenen wiederholen sich, verschieben die Perspektive, legen neue Wahrheiten frei. Schein und Sein lassen sich kaum mehr voneinander unterscheiden. Nach dem grossen Erfolg von ‹Ein Sommernachtstraum› widmet sich die Basler Compagnie erneut einem Meisterwerk Shakespeares. Wer spielt hier und wer nicht? Und wenn alle spielen, wer kann dann noch wahrhaftig sein?
Mediathek
- Inszenierung –
- Text –
- Bühne –
- Kostüme –
- Komposition –
- Lichtdesign –
- Dramaturgie –
- Hamlet –
- Ophelia und Francisco –
- Claudius und Totengräber –
- Polonius und Marcellus –
- Gertrud, Geist und Totengräber –
- Laertes und Bernardo –
- Horatio –
Mit freundlicher Unterstützung durch den Theaterverein Basel
Wie schon so oft ist es auch diesmal dem Basler Ensemble gelungen, mit seiner Spiellust und Komik das Publikum beim Applaus zu Jubelstürmen zu treiben. Verdient.
Da sind ein haufen Bausteine in dieser Aufführung, die wirklich die Beschäftigung mit diesem ollen Hamlet wieder sehr neu [...] erfinden lassen. Und das ist, glaube ich, die grösste Qualität des Abends.
Gala Othero Winter führt Hamlet über Grimassen und ein stilles Gequältsein, das sich plötzlich laut entlädt, so präzise, dass man das Spiel vergisst.
So wird aus der erhabenen Tragödie ein irrwitziges Satyrspiel, das verblüfft, dem Publikum mit dem Strudel der überbordenden Ereignissen auch einiges abverlangt, aber über die ganze Spieldauer von rund drei Stunden packend bleibt.
Die Praxis des Spielens bewährt sich, heute wie in Shakespeares Zeiten als probates Mittel einer gleichermassen unsicheren wie unheimlichen Situation mit Kraft und Witz entgegenzutreten. Zumal dann, wenn es so virtuos gemacht ist wie in Basel.
Denn was da an Inhalt und grossartiger Leistung des nur siebenköpfigen Schauspiel-Ensembles geboten wird, verlangt mehr als Achtung. Es hinterlässt pure Begeisterung über einen Theaterabend der Sonderklasse.