- Ca. 2 Stunden inklusive Pause
- Interessant für Menschen ab 12+
Ein Klassiker – minimalistisch, expressiv und radikal neu interpretiert
Marco Goeckes Neuinterpretation des Ballettklassikers ‹Der Nussknacker› führt weit weg von glitzernder Weihnachtsnostalgie. Mit seiner unverwechselbaren Handschrift betont Goecke die skurrilen, phantasievollen und psychologisch vielschichtigen Elemente von E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen ‹Nussknacker und Mäusekönig› und öffnet eine Welt, in der Traum und Wirklichkeit unmerklich ineinanderfliessen.
Fritz und Marie erleben diesen Weihnachtsabend aus ihrer eigenen, unverstellten kindlichen Perspektive – begleitet von Pate Drosselmeier, dem geheimnisvollen Grenzgänger zwischen Realität und Phantasie. Mit Zinnsoldaten, Puppen und anderen Figuren tauchen sie ungebremst in ihre Gedankenwelten ein und erleben Freude, Glück, Enttäuschungen sowie das Zerfallen von Dingen und Beziehungen.
Musikalisch liegt der Fokus auf Tschaikowskis Originalpartitur, durch die der Basler Dirigent Thomas Herzog das Sinfonieorchester Basel führt. Sein künstlerischer Ansatz legt ursprüngliche Facetten und selten gespielte Tempi dieser raffinierten Komposition frei – von der schwebenden Leichtigkeit des ‹Blumenwalzers› bis zu den glitzernden Celesta-Klängen im ‹Tanz der Zuckerfee›.
Goeckes ‹Nussknacker› erzählt von Sehnsucht und Wundern, aber auch von den Schatten jenseits der Kinderwelt. Was geschieht in der Welt der Erwachsenen – überwiegen Dunkelheit, Krieg und Zerstörung? Oder war am Ende alles nur ein Traum? Vielleicht aber kündigt sich in diesem Schwebezustand bereits ein leiser Neuanfang an.
Mediathek
- Musikalische Leitung –
- Nachdirigat –
- Choreographie –
- Bühne und Kostüme –
- Entwicklung der Projektionen –
- Lichtdesign –
- Mitarbeit Lichtdesign –
- Dramaturgie –
- Licht –
Christian Foskett
- Marie –
- Fritz, Maries Bruder –
- Der alte Nussknacker –
- Der neue Nussknacker –
- Drosselmeier –
- König der Ratten –
- Der Fuchs –
- Die Zuckerfee –
- Die Schneekönigin –
- Zwei Puppen –
- Puppen- und Zuckerwelt –
-
Erasmus-Studentinnen –
Sanne Vree
- Ballett Basel
- Sinfonieorchester Basel
Mit freundlicher Unterstützung durch den Medical Partner, das Kantonsspital Baselland
Im Anschluss an die Vorstellung vom 18. Januar 2026 findet ein Nachgespräch statt.
- Ana Paula Camargo (Rolle: Die Schneekönigin)
- Parker Gamble (Rolle: Der Fuchs)
- Lucie Machan (Ballett-Dramaturgin)
Vor den Vorstellungen am 21.01., 19.02. und 27.03.2026 bietet das Ballett Basel eine geführte Bewegungseinheit mit dem Publikum an. So können Sie die Bewegungssprache selbst erleben, welche Ihnen einen neuen Blick auf das Ballett ‹Der Nussknacker› ermöglicht. Die Einführung wird von Andrea Frei, Tanzvermittlerin des Ballett Basel geleitet. (Die reguläre Stückeinführung findet parallel dazu wie üblich statt!)
- 21.01., 19.02. und 27.03.2026, um 19:00 Uhr
- Dauer ca. 20 Minuten
- Treffpunkt: Galerie 7 (oberste Ebene im Foyer Public direkt neben dem Lift)
- kostenlos, mit Anmeldung
- Auf Deutsch
- keine spezielle Kleidung benötigt
Jetzt anmelden
Das Ballett Basel lädt zum Trainingsbesuch ein Einblick in die tägliche Arbeit der Ballettcompagnie: Einmal den Tänzer:innen des Ballett Theater Basel beim täglichen Training über die Schulter schauen und ganz aus der Nähe einen Blick auf den «athletischen» Tagesbeginn werfen. Denn dieser dient nicht nur zum Erwärmen der Muskulatur für den anschliessenden Probentag, sondern ist zum Erhalt von Fitness, technischer Versiertheit und zur Prävention gegen Verletzungen unabdingbar. Zudem bietet sich ein Eindruck, wie viel Disziplin, stetige Arbeit, Leidenschaft und Freude im Tanz steckt.
‹Der Nussknacker› mag für kleine Kinder zu düster und gruselig sein. Grössere aber können ihre helle Freude daran haben: an der Reduktion, am Dunkel, am Spiel zwischen hier und dort – und wie nebenbei auch an den fabelhaften, äusserst präzise gesetzten Bewegungen der Basler Tänzerinnen und Tänzer.
Ovationen für die fantastischen Tänzer und die überzeugende Überschreibung eines Klassikers.
Am Dirigentenpult steht der erfahrene Ballettdirigent Thomas Herzog. Das Tempo, das er anschlägt ist flott und passt hier bestens zum choreographischen Stil Goeckes mit seinen blitzschnellen, staccatohaften und hochdynamischen Bewegungen.
Goeckes Inszenierung überzeugt mit einer einleitenden Tanzsequenz zu knarrenden Holzgeräuschen, die die kindliche
Fantasie weckt.
Umso überzeugender ist, wie gut diese Einstiegsgeste funktioniert, was daran liegt, dass sie nicht nur konzeptuell gedacht ist, sondern auch sinnlich trägt: Schliesslich sind es alltägliche Geräusche wie das Knacken und Knattern einer alten Holztüre, die im kindlichen Gemüt eine fantastische Eigendynamik entfalten können. E.T.A. Hoffmann, aus dessen Feder das Kunstmärchen ursprünglich stammt, ging es nie darum, die kindliche Fantasie in naiver Schlaraffenlandmanier abzubilden. Vielmehr interessierte ihn der kindliche Blick, weil er für eine Wirklichkeit jenseits des empirisch Fassbaren empfänglich ist - eine, die sich im ‹Nussknacker› in der Vermischung von Traum und Realität zeigt. Goeckes Intro ist also nichts weniger als eine Aufforderung an das Publikum, sich auf ebendiesen Kippmomenteinzulassen - was ihm durchaus gelingt.
‹Die Tänzer› tanzen nicht nur, sondern grimassieren, lallen schwer verständliches Zeug, klagen oder freuen sich. Sie wirken wie Wesen von einem anderen Stern. Ihr Körper ist zwar gebaut wie bei allen Menschen, aber sie bewegen sich anders: Als ständen sie unter Strom, würden von Elektromotoren im Innern getrieben, die manchmal zu spuken beginnen. Gleichzeitig sind ihre Körper unendlich biegsam und scheinen mit Rundum-Gelenken versehen. Man kann diese Tänzer*innen mit ihrer Kraft, Ausdauer und Skurrilität nur bewundern. Und ihren Choreografen Marco Goecke auch.