20.000 Meilen sind doch mehr als wir dachten
Schauspiel
Von Eylin Ammon und Franz Broich
Von Eylin Ammon und Franz Broich
Ja, es war just hier. Knapp 32.000 Kilometer unter dem Meeresspiegel. Als durch das Bullauge eines Scripted-Reality-U-Boots ein kleiner Kraken in die Augen eines Set-Praktikanten schaute und plötzlich wusste, was die ganze Zeit schiefgelaufen war. Mit einem letzten Ausdruckstanz versuchte der Kraken zu erklären, wie sie sich noch hätten retten können. Doch der Praktikant konnte die Zeichen des Kraken leider nicht deuten. Er hiess Uwe. Der Praktikant; nicht der Kraken, der hiess Karl. Und ja, er war tatsächlich der letzte wirbellose Kommunist, aber das interessierte natürlich schon lange keinen mehr.
Sie waren zusammen einsam. Und sie warfen Netze aus. Und sie taten es nicht, um einander zu retten; auch nicht, um einander zu fangen, sondern um einander endlich wieder zu begegnen; um einander die Arme entgegenzustrecken, die sie das Licht schmecken liessen, das sie zum ersten Mal wirklich frei machen sollte.
Nach der ‹Schneekönigin›, ‹Die Beste aller Zeiten› und ‹Erpresso Macchiato› widmet sich die Basler Compagnie in der vierten Zusammenarbeit mit dem Team um Regisseur Franz Broich erneut einer Stückentwicklung.
Im Anschluss an die Vorstellung vom 28. Januar 2026 findet ein Nachgespräch statt.