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Yerma

Schauspiel von Federico García Lorca

Altersempfehlung: Ab 16 Jahren

«Yerma» bedeutet «Brache», kein schöner Name für eine junge Frau. Doch die Titelheldin von Federico García Lorcas «tragischem Gedicht» fühlt sich genauso – wie Ödland. Denn obwohl sie schon seit einiger Zeit mit ihrem Mann Juan verheiratet ist, wird sie nicht schwanger. Von Monat zu Monat wird sie ungeduldiger, ihr Leid wächst ins Unermessliche. Der schweigsame und arbeitsame Juan, der sich auf späteren Wohlstand im Leben zu zweit freut, zeigt sich unempfindlich gegenüber den Nöten seiner Frau. Kinderlosigkeit, oder anders gesagt: der unbedingte Wille zur Mutterschaft treibt diese in tiefste Einsamkeit und Verzweiflung, die in einer blutigen Tat münden.

Federico García Lorca, der erfolgreichste und umstrittenste spanische Autor seiner Generation, schrieb «Yerma» während des Bürgerkriegs, dem er schliesslich selbst zum Opfer fallen sollte. Vor dem Hintergrund seiner verarmten und zerrissenen, im wahrsten Sinne des Wortes brachliegenden Heimat zeichnet Lorca in seiner schlichten und zugleich hochpoetischen Sprache das bewegende Porträt einer jungen Frau, die sich zunehmend von sich und der Welt entfremdet und ihr Glück nur im Unerreichbaren einer unmöglichen Zukunft vermutet. Ob sie damit einem tiefen eigenen Wunsch oder starren gesellschaftlichen Konventionen folgt, lässt Lorca offen.

Damals wie heute liegt der Ursprung unserer tiefsten Sehnsüchte im Dunklen, die Gründe unseres Scheiterns aber scheinen offensichtlich: Es muss an uns selbst liegen! Mehr als achtzig Jahre nach der Uraufführung von Lorcas tragischer Dichtung hat sich unser längst eine Industrie der Selbstoptimierung angenommen. Sie arbeitet an der Erzeugung der Illusion rundum geglückten Lebens und reicht uns die vermeintlichen Heilmittel – schliesslich darf man weder Kosten noch Mühen scheuen für ein Glück, dessen Schmied angeblich jeder selbst sei.

Es inszeniert die renommierte slowenische Regisseurin Mateja Koležnik, die als Meisterin des Weglassens und Versteckens gilt. Mit ihren konzentrierten, formstrengen Arbeiten war sie in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum präsent. Mit ihrer Interpretation von «Yerma» stellt sie sich erstmalig in der Schweiz vor.

Preisstufe III Kleine Bühne (von 30.– bis 46.–)

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