deutsch english

Ballett

Premiere Spielplan Ensemble

Oper

Premiere Spielplan Ensemble

Schauspiel

Premiere Spielplan Ensemble

Tartuffe oder das Schwein der Weisen

Komödie von PeterLicht nach Molière
Uraufführung/Auftragswerk

Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

Molierès Komödie «Tartuffe» wurde unmittelbar nach ihrer Uraufführung 1664 verboten, da sich die einflussreiche katholische «parti des dévots» durch Molières Figurenzeichnung des Tartuffe angegriffen sah. Im Laufe des Stücks werden dem scheinbar so frommen und tugendhaften Mann unlautere Absichten – vor allem sexueller und ökonomischer Natur – nachgewiesen. Der Kölner Autor und Musiker PeterLicht greift in seiner sprachverspielten und radikalen Neudichtung zentrale Motive und Figuren aus Molières Komödie auf und schält sie aus der gesellschaftspolitischen Realität des französischen Absolutismus, um unsere Gegenwart ins Visier zu nehmen. Wie schon bei «Der Menschen Feind» in der Spielzeit 2016/2017 wird die Uraufführung von der Regisseurin Claudia Bauer in Szene gesetzt.

PeterLicht: «Es ist ja ganz klar, dass es in dieser Welt nicht nur zwei Leute gibt, die sich gegeneinander ihre Sachen erzählen. Sondern mehr als zwei. So viel ist sicher. Obwohl viele Dinge aus dem Systembaukasten des Weltgefüges auf binären Konstellationen beruhen, also auf dem dualistischen Prinzip von Rede und Gegenrede, Wahrheit und Unwahrheit, Tod und Leben, eins und null, Schwanz und Unschwanz, muss man sich immer vor Augen halten, dass es mehr als zwei Player gibt, also zum Beispiel 3 oder 4 oder 7 oder mehrere. Oder sehr viel MEHRERE. Also unendlich viele. Also alle. Also einer. Und es liegt ja auf der Hand, dass dann, wenn man z. B. ein Theaterstück vorführt, das von ALLEN PLAYERN handelt, man natürlich nur EIN Theaterstück hat. Nämlich das Theaterstück
des EINEN PLAYERS (oder des EINEN KOPFES oder der EINEN EXISTENZ), durch den das Theaterstück hindurchläuft, also durch Sie, wertes Publikum. Der Abend läuft durch Sie hindurch wie ein flüssiger Tropfen Blei durch ein Stück Butter, wobei nicht klar ist, wer hier das Blei ist und wer die Butter, und vielleicht sollte man auch nicht von flüssigem Blei sprechen, sondern lieber von einem glühenden Tropfen Gold, der durch den Klumpen Butter sinkt wie durch ein Bewusstsein, durch den die Erkenntnis sinkt wie ein Stein in der Schwerelosigkeit.» 

 

Preisstufe IV Schauspielhaus (von 30.– bis 60.–)

Wir empfehlen auch

  • Der Mensch erscheint im Holozän

    Schauspiel nach der gleichnamigen Erzählung von Max Frisch. In einer Fassung von Thom Luz und David Heiligers.

  • Ach, 68!

    Eine Revolutionsreihe 50 Jahre später

  • König Arthur

    Semi-Oper von Henry Purcell und John Dryden in einer Neudichtung von Ewald Palmetshofer

svg-sprite