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Protest?!

Im Rahmen von «Ach, 68! Eine Revolutionsreihe 50 Jahre später»

Inspiriert von den legendären Teach-ins lädt die Reihe «Ach, 68!» einmal im Monat zum Diskutieren ein – ohne erhöhtes Podium, aber mit geladenen Gästen, musikalischen und szenischen Inputs, Filmschnipseln und Lieblingsliedern. In der zweiten Folge geht es um Erscheinungen von Protest heute.

Zu Gast sind der polnische Regisseur Michał Zadara, der in seinem aktuellen Projekt «Gerechtigkeit» versucht, Verantwortliche für die Ausbürgerung von 13 000 jüdischen Bürger_innen in Polen 1968 juristisch zu belangen, und der Kulturwissenschaftler Julian Genner von der Universität Basel, der sich mit konservativen Protestbewegungen in Europa beschäftigt.


ACH, 68!
Eine Revolutionsreihe 50 Jahre später

Vor 50 Jahren ging die Jugend weltweit auf die Strasse: Gegen den Krieg in Vietnam, für eine Demokratisierung der Universitäten, gegen Bürokratie und Konformität und für eine Befreiung durch Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. In der damaligen Tschechoslowakei keimte die Hoffnung auf einen «Sozialismus mit menschlichem Antlitz», die von den Truppen des Warschauer Pakts rasch und gewaltsam beendet wurde, in Berlin wurde Rudi Dutschke von einem rechtsextremen Attentäter lebensgefährlich verletzt, während in Zürich um die Nutzung des Globusprovisoriums gestritten wurde und im Basler Ratssaal zum ersten Mal Frauen auf den Regierungssitzen Platz nahmen. Auf Demonstrationen und Protesten, in Sit-, Teachund Love-ins wurde von Kalifornien bis China neu verhandelt, was gesellschaftliche Teilhabe bedeuten sollte.

Was bleibt heute von dieser Revolte, die nirgends die staatliche Macht übernahm und trotzdem weltweit die Vorstellungen von individueller Freiheit verändert hat? Die Generation der Babyboomer, die damals erkannte, dass sie, die Jungen, in den westlichen Ländern eine zahlenmässige Mehrheit bilden und dafür politische Einflussnahme forderten, bildet nach wie vor die Mehrheit – die demografische Pyramide hat sich ebenso verkehrt wie die Weltsicht vieler ihrer einstmaligen Demonstrant_ innen. Sind die 68er erwachsen geworden und haben ihre Träume hinter sich gelassen, oder haben sich ihre Forderungen zu Allgemeingut gewandelt, dessen einstiges revolutionäres Potenzial jetzt selbstverständlich ist? Oder liegt hier gar der Ursprung der Liberalisierung der Märkte und des Konsums, die unsere heutige Welt bestimmt? In einer Veranstaltungsreihe untersuchen u. a. der Autor und Regisseur Philippe Heule, die Choreografin, Performerin und Regisseurin Annalena Fröhlich, der Regisseur und Autor Wilke Weermann, der Regisseur und Musiker Robert Borgmann u. v. a. m. die Spuren der 68er in der Jetztzeit. Zu Beginn der Reihe gehen wir in Zusammenarbeit mit dem Centre Dürrenmatt Neuchâtel dem Auftakt der Spielzeit 1968 /1969 am Theater Basel nach, wo noch vor der ersten Premiere prominente Schriftsteller über ihr Verhältnis zur Tschechoslowakei debattierten.

CHF 11.-

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