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Ballett

Premiere Spielplan Ensemble

Oper

Premiere Spielplan Ensemble

Schauspiel

Premiere Spielplan Ensemble
©Sandra Then

Nirgends in Friede. Antigone.

Uraufführung/Auftragswerk
Schauspiel von Darja Stocker nach Sophokles

Ödipus’ Söhne Polineikes und Eteokles sind tot. Die Zwillingsbrüder haben einander im Streit um den Thron das Leben genommen. Während Eteokles gefeiert und nach den religiösen Sitten begraben wird, untersagt der neue König von Theben den angeblichen Verräter Polineikes zu bestatten. Wer sich nicht an dieses von König Kreon erlassene Verbot hält, missachtet die Gesetze des Staates und muss für sein Vergehen mit dem Leben bezahlen. Antigone, die Schwester der Toten, kann und will nicht akzeptieren, dass durch die verordnete Unterlassung des Beerdigungsrituals gegen den Willen der Götter verstossen wird. Sie streut Erde über den Leichnam ihres Bruders Polineikes und riskiert so ihren eigenen Tod.

Die Schweizer Dramatikerin Darja Stocker überträgt die antike Tragödie des griechischen Dichters Sophokles aus dem Jahre 442 v. Chr. in gegenwärtige Kontexte. Auf Grundlage ihrer eigenen Recherchen zu den jüngsten Widerstandsbewegungen im arabischen Raum sowie in Europa befragt sie den Mythos Antigone neu: Um wen wird in westlichen Gesellschaften öffentlich und kollektiv getrauert und wer erhält keine derartige Wertschätzung? Warum werden von den Medien manche Gewaltopfer voyeuristisch ausgeschlachtet, während andere Tote kaum oder gar nicht als Individuen ins Bewusstsein gebracht werden? Definiert sich das Gemeinschaftsgefühl darüber, um wen kollektiv getrauert wird? Wer gehört zum «Wir» – und könnte die Erfahrung von Verlust und die Empörung über fehlende Anerkennung ein Gefühl sein, das Menschen über Grenzen hinweg verbindet, woraus möglicherweise ein anderes, neues, grenzüberschreitendes «Wir» entstehen könnte?

Als langjährige Hausregisseurin am Schauspielhaus Wien war Felicitas Brucker für zahlreiche gefeierte Uraufführungen verantwortlich. Nach ihrer erfolgreichen Inszenierung der «Orestie» und einer Adaption des Ödipus-Mythos setzt sie ihre Auseinandersetzung mit antiken Stoffen nun in Basel fort.

Preisstufe III (Kl. Bühne)


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