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Le vin herbé

Der Zaubertrank. Weltliches Oratorium von Frank Martin

Weltliches Oratorium in drei Teilen (18 Bildern) mit Prolog und Epilog von Frank Martin. Text nach Auszügen aus «Le roman de Tristan et Iseut» in der Übersetzung und Wiederherstellung von Joseph Bédier. In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln. Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Eine verbotene Liebe, ein Zaubertrank, eine schicksalhafte Schiffsreise und schliesslich ein Tod durch Missverständnis, begleitet von heldenhaftem Leiden und wuchtiger Trauer. Der Mythos von Tristan und Isolde bietet alle Elemente für einen geglückten Opernabend – den Glücklichen zum Gruss, den Unglücklichen zum Trost.

In der Bearbeitung des Stoffes durch den Westschweizer Komponisten Frank Martin (1890 – 1974) ist nun aber alles etwas anders. Neben der ungewöhnlichen Kürze der Partitur – knapp achtzig Minuten – fällt vor allem die besondere Besetzung auf: Ein Klavier, sieben Streicher und zwölf Vokalsolisten, die aber oft chorisch agieren. Kammermusik also, keine Klangüberwältigung. Martins Bearbeitung hat wenig mit Richard Wagners mystisch-musikalischer Verklärung des Liebestodes zu tun, für sein weltliches Oratorium erfindet er eine geheimnisvolle Musiksprache, die von Schönbergs Zwölftonmusik ebenso inspiriert ist wie von Kirchengesängen und der Musik von Claude Debussy. Martins Werk ist keine Oper im konventionellen Sinn mehr, die Sänger erzählen und kommentieren die Geschichte, anstatt sie zu durchleiden. Teils solistisch, teils chorisch mehrstimmig entwickelt «Le vin herbé» so einen unausweichlichen Sog und zurückhaltenden Zauber.

Aufgrund der besonderen Besetzung schwer zu realisieren, hat «Le vin herbé» seit seiner konzertanten Uraufführung 1942 in der Zürcher Tonhalle einen besonderen Platz in der Opernwelt – das Werk gilt als selten gespielter, aber heiss geliebter Geheimtipp. Gesungen wird auf Französisch, inszenieren wird Thom Luz. Und, wie ein berühmter Schweiz-Franzose, nämlich Jean- Luc Godard, einmal sagte: «Eine Geschichte braucht immer einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende – aber nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.»

Hausregisseur Thom Luz gibt mit «Le vin herbé» sein Operndebüt. Luz wurde für seine eigenwilligen musikalischen Theaterabende vielfach ausgezeichnet, u. a. mit Einladungen zum Berliner Theatertreffen 2015, 2017 und 2019. Am Theater Basel inszenierte er zuletzt «Der Mensch erscheint im Holozän», eine Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin, und «Radio Requiem».

Preisstufe 4 (von 30.– bis 60.–)

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