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John Gabriel Borkman

Schauspiel von Henrik Ibsen in einer Bearbeitung von Simon Stone

Eine Koproduktion des Theater Basel mit dem Burgtheater Wien und den Wiener Festwochen


 

«John Gabriel Borkman» wurde zur Inszenierung des Jahres 2016 gewählt, Hausregisseur Simon Stone ist Regisseur des Jahres 2016, und Caroline Peters wurde zur Schauspielerin des Jahres 2016 gekürt für ihre Rolle als Ella in «John Gabriel Borkman».


Eingeladen zum Berliner Theatertreffen (6. bis 22. Mai 2016)!


Am 2. November wurde der Nestroypreis 2015 verliehen. Wir gratulieren Hausregisseur Simon Stone ("Beste Regie" für JOHN GABRIEL BORKMAN), Martin Wuttke ("Bester Schauspieler" als John Gabriel Borkman im gleichnamigen Stück) und Roland Koch ("Beste Nebenrolle" als Wilhelm Foldal ebenfalls in JOHN GABRIEL BORKMAN)!


Ibsens Spätwerk «John Gabriel Borkman» ist ein Meisterstück analytischer Dramatik. Der Bankier John Gabriel Borkman, aufgrund veruntreuter Gelder zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, prolongiert seine Haft nach der Entlassung freiwillig: Seit acht Jahren weigert er sich, den Prunksaal in der oberen Etage seines Hauses zu verlassen. Gehindert wird er daran nicht, seine Frau lebt im Dissens mit ihm und sinnt ein Stockwerk tiefer auf Rache. Durch den Besuch ihrer Zwillingsschwester, der einstigen Geliebten Borkmans und Ziehmutter seines Sohnes, die aufgrund ihrer schweren Erkrankung die unversöhnlichen familiären Verhältnisse klären möchte, wird dieses Totenhaus empfindlich gestört. Doch keiner der Beteiligten, besonders Borkman selbst, hat seit dem Finanzskandal zu einer Form von Läuterung, Unrechtbewusstsein oder Selbsterkenntnis gefunden, denn «das ist der Fluch, den wir aussergewöhnlichen, wir auserwählten Menschen nun einmal zu tragen haben. Die Masse und die Menge – all die durchschnittlichen Menschen – die verstehen uns eben nicht.» Seine ökonomischen und ethischen Anmassungen stellt Borkman als Dienst an der Allgemeinheit dar und legitimiert seine Skrupellosigkeit durch altruistische Motive und philanthropische Ideen. Der junge Borkman soll den Ruf der Familie wiederherstellen – doch selbst diese Hoffnung stirbt, wenn auch zuletzt. Die Verheissungen des Liberalismus, das Gesetz der Konkurrenz und Ibsens Schilderung der expansiven Mechanismen des Kapitalismus haben vor dem realen Hintergrund des globalen Finanzdesasters mehr Brisanz denn je.

Für Simon Stone, Hausregisseur am Theater Basel, ist «John Gabriel Borkman» nach seiner fulminanten und radikal zeitgenössischen Interpretation der «Wildente» bereits die zweite Auseinandersetzung mit dem Œuvre Ibsens. 

Preisstufe V (Gr. Bühne)


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