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Die Räuber

Schauspiel von Friedrich Schiller

Altersempfehlung: Ab 14 Jahren.

Zwei Brüder arbeiten an der Umkehr der Verhältnisse: Während der Student Karl von Moor sich in Leipzig in Kneipen für die deutsche Republik stark macht und mit seinen Streichen die Stadt in Atem hält, heckt sein jüngerer Bruder daheim im gräflichen Schloss einen Racheplan gegen den vom Vater geliebten Erben aus. Während Karl am ganzen feudalistischen System zündeln will, intrigiert Franz, um sich darin eine Machtposition zu sichern. Entmachtet, so sind sich beide einig, gehört der Vater, der er nicht nur seinen Söhnen, sondern auch seinem Land ist, und so verschmilzt bei Schiller der Familienzwist mit der politischen Situation ein knappes Jahrzehnt vor der Französischen Revolution: «Die Privatverbitterung gegen den unzärtlichen Vater wütet in einen Universalhass gegen das ganze Menschengeschlecht aus», schreibt Schiller in einer anonym veröffentlichten Selbstkritik nach der Uraufführung 1782. Aber nicht nur um die Liebe des Vaters konkurrieren die Brüder: Franz will den für tot erklärten Karl auch bei dessen Verlobten Amalia ablösen, während dieser sich von der Familie verstossen wähnt und als Räuberhauptmann vogelfrei durch die böhmischen Wälder zieht. Um die Geliebte ein letztes Mal zu sehen, kehrt Karl – als mecklenburgischer Graf verkleidet – ins Schloss zurück, wo im grossen Showdown alle Lügen zutage kommen.

Mit Franz Moor betritt nach Tartuffe und Jago der dritte berühmte Intrigenspinner die Bühne des Schauspielhauses. Die vermeintlich offensichtliche Verteilung der Sympathien zwischen dem hässlichen Franz und dem Idealisten Karl befragt Thorleifur Örn Arnarsson in seiner Inszenierung und sieht in dem Konflikt auch unsere heutige Situation des Umbruchs gespiegelt. Der isländische Regisseur hat den in seiner Heimat kaum bekannten Autor Schiller erst während seines Regiestudiums in Berlin kennengelernt. Er sympathisiert mit der Sehnsucht nach Neuem, dem Schrei nach Utopien des 23 jährigen Schiller, fragt sich aber auch, ob sich diese Einschätzungen und Ideale im Laufe des Lebens ändern – heute wie damals.

Preisstufe IV Schauspielhaus (von 30.– bis 60.–)

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