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Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung

Kammeroper von Viktor Ullmann

Spiel in einem Akt von Viktor Ullmann. Libretto von Viktor Ullmann und Peter Kien. In deutscher Sprache. Altersempfehlung: Ab 12 Jahren.

Stell dir vor, es ist Krieg … Ein vom Kaiser von Atlantis ausgerufener, totaler Krieg aller gegen alle, in dem die Leichen in Verwertungsanstalten zu Phosphor verarbeitet werden sollen. Aber einer verweigert seinen Gehorsam, will bei einer solch menschenverachtenden und sinnlosen Schlacht nicht dienen – der Tod, der beschliesst, niemanden mehr sterben zu lassen. Nun, da man niemanden mehr totschiessen kann, begegnen sich verfeindete Soldaten auf dem Feld wieder als Menschen, bewegt durch die Liebe. Doch das gelähmte Land der «lebenden Toten» versinkt immer tiefer im verzweifelten Chaos, bis der Tod seine Bedingung nennt: Er kehrt zurück, wenn der Kaiser bereit ist, als Erster zu sterben.

1943 / 1944 im KZ Theresienstadt im Angesicht alltäglicher tödlicher Bedrohung entstanden, ist das Stück eine offenkundige Parabel über die NS-Diktatur. Von einem unter Duldung der SS entstandenen Kammerensemble wurde das Stück im absurd propagandistisch genutzten «Vorzeigelager» der Nazis bis zur Generalprobe einstudiert, doch die Uraufführung anschliessend untersagt. Im Herbst 1944 wurden beide Urheber ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das gerettete Manuskript sowie das auf makulierten Eingangsblättern des KZ Theresienstadt notierte Typoskript des Librettos sind seit 1987 im Besitz der Anthroposophischen Gesellschaft Dornach und befinden sich heute in der Paul Sacher Stiftung am Münsterplatz in Basel. Mit überdreht traurigem Humor, durchzogen von direkten Zitaten, musikalischer Schwerelosigkeit, jazzigen Rhythmen und Bezügen zur damaligen Unterhaltungsmusik hinterlassen uns Viktor Ullmann und Peter Kien einen «Markstein des geistigen Widerstands», eine einstündige, zeitlose Mahnung gegen Kriegstreiber und Massenmörder bis in die heutige Zeit.

Die junge Regisseurin Katrin Hammerl (u.a. «Esther. Eine Geschichte vom Bruderholz») inszeniert das 1975 in Amsterdam posthum uraufgeführte Stück im Foyer der Grossen Bühne. Die musikalische Leitung übernimmt der australische Dirigent, Pianist und Leiter des Opernstudios OperAvenir am Theater Basel Stephen Delaney (u. a. «Der Goldkäfer», «Trouble in Tahiti»).


Eine Produktion von OperAvenir in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Basel FHNW/Musik-Akademie Basel.

OperAvenir mit freundlicher Unterstützung: HEIVISCH, HIAG Immobilien, Julius Bär, Novartis

Preisstufe III Kleine Bühne (von 30.– bis 46.–)

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