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©Simon Hallström
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Der Fremde

Schauspiel nach dem Roman von Albert Camus

Eine Produktion des Jungen Hauses ab 14 Jahren

Am Strand von Algier wird ein Mann ermordet. Der Täter ist Franzose – ein gewisser Meursault, Büroangestellter ohne Vornamen. Er ist ein Mann ohne familiäre Bande, ohne jegliche Bindungen an die Welt an sich, umso mehr nach dem Tod seiner Mutter, mit der er sich nicht verstand. Im Mordprozess brüskiert er die Gerichtsbarkeit und zeigt keine Reue. Schliesslich wird er für diese Tat, die ohne Motiv zu sein scheint und für die er nur die gleissende Sonne verantwortlich machen kann, zum Tode verurteilt. Er geht in den Tod – in der tiefen Überzeugung, dass es keine Hoffnung und keinen Trost für ihn geben wird.

Albert Camus schrieb seinen weltberühmten Roman «Der Fremde» während des von ihm als absurd empfundenen zweiten Weltkriegs. Der Protagonist ist eine höchst ambivalente Figur: Er ist ein Mörder, aber als Stellvertreter für das Aneckende, das Passivunpassende und die Verweigerung des Konformen könnte man ihn auch positiv deuten. Er entblösst soziale Konventionen, indem er sich den Erwartungen seiner Umgebung entzieht, Unbekannten genauso wie Freunden, Komplizen wie Autoritäten. Meursault ist die Inkarnation des Emotionslosen und der Gleichgültigkeit. Er ist der im Moment Lebende, der die Freiheit erst als Freiheit begreift, als er sie nicht mehr hat.

In der Inszenierung von Patrick Gusset, die er mit einer Gruppe Jugendlicher erarbeiten wird, stehen die Fragen nach Entsagung und Entzug im Mittelpunkt. Mit welchen Emotionen treten junge Menschen ihrer Umwelt entgegen, was deklarieren sie als relevant? Was sind die Grenzen von Moral in Bezug auf einen angeblichen Sinn des – beziehungsweise eines – Lebens? Weiter gefragt: Was ist die Moral von Grenzen? Was unterscheidet das Vertraute vom Fremden? Wann ist man Vertrauter, wann Fremder und (wie) kann das alles zusammengehen? Das Projekt des Jungen Hauses sucht mit Camus’ »Fremden« von damals nach dem »Fremden« von heute.

Preisstufe I


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