deutsch english

Ballett

Premiere Spielplan Ensemble

Oper

Premiere Spielplan Ensemble

Schauspiel

Premiere Spielplan Ensemble

Das grosse Heft

Schauspiel nach der Romantrilogie von Ágota Kristóf

Schauspiel nach der Romantrilogie «Das grosse Heft», «Der Beweis» und «Die dritte Lüge» von Ágota Kristóf. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer und Erika Tophoven. Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Es herrscht Krieg. Die neunjährigen Zwillinge Lucas und Claus werden in eine kleine Stadt nahe der Grenze zu der ihnen fremden Grossmutter geschickt. Nur widerwillig nimmt diese, die im Dorf Hexe genannt wird, die «Hundesöhne» bei sich auf. Geborgenheit und Mitgefühl suchen sie hier, wo jeder für sich allein kämpft, vergeblich. Schnell wird den Brüdern klar: In dieser brutalen Gesellschaft kann nur überleben, wer sich ihr mit schonungsloser Härte entgegenstellt. Mit eiserner Disziplin kasteien sie sich mit Übungen zur Abhärtung von Körper und Geist: sie hungern, sie stehlen, sie schlagen sich, sie töten. Dabei driften sie zunehmend in ihr eigenes, kompromissloses Wertesystem ab. Ihr Leben dokumentieren sie sachlich und unsentimental in einem Heft. Es entsteht ein beklemmendes Protokoll ihrer fortschreitenden Verrohung und zugleich ein erschütterndes Zeugnis ihrer verlorenen Kindheit. Als sich die Gelegenheit bietet, flieht Claus über die Grenze des inzwischen totalitär regierten Landes. Doch trotz der physischen Trennung scheinen die Zwillinge wie durch ein unsichtbares Band für ewig miteinander verbunden. Ihre Identität entpuppt sich zunehmend als nicht dechiffrierbares Konstrukt aus Traum, Erinnerung, Lüge und Wahrheit.

So, wie heute viele Menschen gezwungen sind, aus ihrer Heimat zu flüchten, verliess auch Ágota Kristóf ihr Land Ungarn während der Revolution 1956 in Richtung Westschweiz und veröffentlichte rund dreissig Jahre später in französischer Sprache mit «Das grosse Heft» ihren Debütroman. 

Regisseur Tilmann Köhler, der ein ausgewiesener Experte für Prosaadaptionen ist, inszeniert nach «Die schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf zum zweiten Mal am Theater Basel, diesmal einen Stoff, der ihn schon lange begleitet: «Er fasziniert mich durch den formalen Schritt der Autorin, Gefühle aus der Sprache zu verbannen und uns so zur Beobachtung zu zwingen. Dadurch wird man aufgerufen, Leerstellen potenziert persönlich aufzufüllen. Mit der unbewusst abgespeicherten Bilderflut ausgeblendeter Konflikte, mit der immer wieder gegenwärtigen und doch so gerne begrabenen Geschichte dieses Kontinents und mit den Kindheitsbildern und blinden Flecken der eigenen Biografie. Ein Holzschnitt, schwarz-weiss.»
 


Mehr über das Leben der Autorin Ágota Kristóf erfahren Sie im Monolog «Die Analphabetin».

Preisstufe 4

Wir empfehlen auch

  • Die Analphabetin

    Schauspiel nach der gleichnamigen Erzählung von Ágota Kristóf

  • Andersens Erzählungen

    Schauspieloper von Jherek Bischoff und Jan Dvořák

  • Hundert Jahre weinen oder hundert Bomben werfen

    Schauspiel von Darja Stocker unter Mitarbeit von Mohamedali Ltaief

  • Der standhafte Prinz

    Schauspiel von Pedro Calderón de la Barca

svg-sprite