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Being Jerry Rubin

Im Rahmen von «Ach, 68! Eine Revolutionsreihe 50 Jahre später»

Niemand hat seine Ideale verraten. Es geht nicht darum, was wir mögen und was wir nicht mögen, sondern darum, welche Taktik wir anpeilen. Wir müssen geil angreifen. Jerry wusste das. Der Motor der Geschichte ist das Unternehmertum, und wir sind seine Entrepreneure. Und bevor wir uns verlieren, müssen wir uns zerschlagen und neu erfinden. Fürs Maulen ist keine Zeit, wir müssen die Welt erobern.

Der US-Aktivist und anschliessende Wallstreet-Unternehmer Jerry Rubin ist ein Phänomen, das paradigmatisch für das Erbe der amerikanischen 68er zwischen Eventprotest und New Economy steht. Zum ersten Mal wird eine Gruppe bekennender Jerry-Rubinisten die weitverbreitete Praxis in der Schweiz in einem intimen Rahmen vorstellen.


ACH, 68!
Eine Revolutionsreihe 50 Jahre später

Vor 50 Jahren ging die Jugend weltweit auf die Strasse: Gegen den Krieg in Vietnam, für eine Demokratisierung der Universitäten, gegen Bürokratie und Konformität und für eine Befreiung durch Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. In der damaligen Tschechoslowakei keimte die Hoffnung auf einen «Sozialismus mit menschlichem Antlitz», die von den Truppen des Warschauer Pakts rasch und gewaltsam beendet wurde, in Berlin wurde Rudi Dutschke von einem rechtsextremen Attentäter lebensgefährlich verletzt, während in Zürich um die Nutzung des Globusprovisoriums gestritten wurde und im Basler Ratssaal zum ersten Mal Frauen auf den Regierungssitzen Platz nahmen. Auf Demonstrationen und Protesten, in Sit-, Teachund Love-ins wurde von Kalifornien bis China neu verhandelt, was gesellschaftliche Teilhabe bedeuten sollte.

Was bleibt heute von dieser Revolte, die nirgends die staatliche Macht übernahm und trotzdem weltweit die Vorstellungen von individueller Freiheit verändert hat? Die Generation der Babyboomer, die damals erkannte, dass sie, die Jungen, in den westlichen Ländern eine zahlenmässige Mehrheit bilden und dafür politische Einflussnahme forderten, bildet nach wie vor die Mehrheit – die demografische Pyramide hat sich ebenso verkehrt wie die Weltsicht vieler ihrer einstmaligen Demonstrant_ innen. Sind die 68er erwachsen geworden und haben ihre Träume hinter sich gelassen, oder haben sich ihre Forderungen zu Allgemeingut gewandelt, dessen einstiges revolutionäres Potenzial jetzt selbstverständlich ist? Oder liegt hier gar der Ursprung der Liberalisierung der Märkte und des Konsums, die unsere heutige Welt bestimmt? In einer Veranstaltungsreihe untersuchen u. a. der Autor und Regisseur Philippe Heule, die Choreografin, Performerin und Regisseurin Annalena Fröhlich, der Regisseur und Autor Wilke Weermann, der Regisseur und Musiker Robert Borgmann u. v. a. m. die Spuren der 68er in der Jetztzeit. Zu Beginn der Reihe gehen wir in Zusammenarbeit mit dem Centre Dürrenmatt Neuchâtel dem Auftakt der Spielzeit 1968 /1969 am Theater Basel nach, wo noch vor der ersten Premiere prominente Schriftsteller über ihr Verhältnis zur Tschechoslowakei debattierten.

CHF 11.-

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