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Medea

Nach Euripides. Von Kate Mulvany und Anne-Louise Sarks. Aus dem Englischen von Almut Wagner

Seit Euripides ist der «Mythos Medea» immer wieder neu und anders erzählt worden. Kaum eine der unzähligen Interpretationen des Stoffs ist so eigenständig wie die Überschreibung der beiden jungen Australierinnen Anne-Louise Sarks und Kate Mulvany. Radikal wechseln sie die Erzählperspektive: Bei ihnen ist es nicht die Titelfigur, die die Zuschauer_innen durch die Handlung führt, sondern es sind ihre beiden kleinen Söhne. Eingeschlossen in ihrem Kinderzimmer, in dem das Publikum Platz nimmt, machen sie das, was andere Jungs in ihrem Alter auch machen. Sie spielen, zanken und versöhnen sich, während sie nur darauf warten, dass draussen der Ehestreit ihrer Eltern wieder vorbei ist und der Familienfrieden endlich wieder einkehrt. Aber obwohl die Mutter immer wieder hineinschaut und die beiden zu beruhigen versucht, ist klar: Die Zeit der Unbekümmertheit ist unausweichlich vorbei und die beiden Jungen werden Teil einer monströsen Tragödie. „Das ist es, worum es in der Tragödie von Medea wirklich geht: Dass die Eltern durch ihre Entscheidung ihren Kindern ihr unschuldiges Leben stehlen.“ (Kate Mulvany)

Die Figur Medea ist bei Sarks und Mulvany kein «mythisches Monster», sondern eine normale Frau, die ihre Familie abgöttisch liebt und sich aus diesem Grund gezwungen sieht, eine schreckliche Tat zu begehen.

Anne-Louise Sarks ist eine in Australien und mittlerweile auch in Grossbritannien erfolgreiche Theaterregisseurin, die einige Male mit Simon Stone zusammengearbeitet hat. Ihre «Medea»-Adaption entstand 2012 in Sydney am Belvoir Theater und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, 2015 übertrug sie die Inszenierung ans Londoner Gate Theatre. Nun wird sie ihr Konzept für Basel neu überarbeiten und sich damit zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum vorstellen. Das Theater Basel setzt mit dieser Produktion seine intensive Beschäftigung mit antiken Mythen fort.

 

Preisstufe II (von 30.– bis 37.–)

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