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In den Gärten oder Lysistrata Teil 2

Schauspiel von Sibylle Berg nach Aristophanes
URAUFFÜHRUNG / AUFTRAGSWERK

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Sex bedeutet Krieg. In dem von Aristophanes selbst im Jahr 411 vor Christus uraufgeführten
Stück «Lysistrata» brodelt parallel zum Krieg zwischen Sparta und Athen der Kampf der Geschlechter. Es ist ein von beiden Seiten militant geführter Kampf um Macht. Die Frauen ziehen alle Register weiblicher Verführungskunst und quälen die Männer durch Enthaltsamkeit, um so den Frieden zu erzwingen: ein sexualisierter Vergeltungsschlag als Antwort auf den Krieg und das Patriarchat.

Die in Zürich lebende Autorin Sibylle Berg, eine der bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Gegenwart, hat sich dem antiken Stoff angenommen und für das Theater Basel in ihrer prägnant pointierten und humorvollen Sprache eine Fortsetzung geschrieben: «In den Gärten oder Lysistrata Teil 2».

Frauen wollen Liebe, Männer wollen Sex. Beide Geschlechter sind getrieben von einem Optimierungswahn, um zu bekommen, wonach sie streben. Während Frauen ihre vermeintliche Mangelhaftigkeit durch Schönheit, Fürsorglichkeit und Anspruchslosigkeit zu kompensieren versuchen, spielen die Männer den potenten, starken, überlegenen Macher. Geschlecht als Maskerade! Aber warum ein System bekämpfen, das seit Menschengedenken funktioniert? Warum Rollenbilder auflösen, die doch Orientierung geben? Der Kampf der Geschlechter tobt auch in Bergs «Lysistrata». Doch das war damals. Als Männer noch Komplimente machen durften und Frauen aufsahen zu ihren Erlösern. Den Erlösern von dem Gefühl der Unvollständigkeit und des Nicht-Mutter-Seins. Heute – verunsichert durch die Emanzipation der Frauen und müde von der Weltherrschaft – haben die Männer zum Streik aufgerufen: sexuelle Enthaltsamkeit als Rache für das Gefühl von Unterlegenheit. Indem sie das alte System abschaffen und den heterosexuellen Sex verbannen, retten sie einmal mehr die Welt. Die Frauen sind an der Macht, erfinden ein Sexspielzeug, das auch sie sexuell voll befriedigt, und es herrscht endlich: Frieden. Ein bissiges Plädoyer für Gleichberechtigung und gegen Rollenzuschreibungen, wie es aktueller kaum sein könnte.

Inszeniert wird die Uraufführung vom serbischen Regisseur Miloš Lolić, der sich dem Basler Publikum bereits mit den beiden Schweizer Erstaufführungen von Biljana Srbljanovićs «Heuschrecken» und Roland Schimmelpfennigs «Idomeneus» zeigte.

Preisstufe 4 (von 30.– bis 60.–)

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